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Neues Kirchensteuerabzugsverfahren für abgeltend besteuerte Kapitalerträge

Neues Kirchensteuerabzugsverfahren für abgeltend besteuerte Kapitalerträge

  • Das neue Abzugsverfahren leicht erklärt 
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E-Book: Tipps zum Kirchensteuerabzug

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„Wie hast du es mit der Religion?“ fragt Goethes Gretchen ihren geliebten Faust. Die Gretchenfrage müssen jetzt auch Kapitalgesellschaften ihren Anteilseignern stellen. Denn sie können von Gesetzes her neuerdings Kirchensteuerabzugsverpflichtete sein. Als solche müssen sie für die Gewinnausschüttung an ihre Gesellschafter wissen, welcher Kirche sie angehören und mit welchem Steuersatz sie kirchensteuerpflichtig sein könnten.

Für den Steuerabzug an der Quelle sind die Gesellschaften verantwortlich. Dafür ist ein neues automatisiertes Verfahren zu verwenden und strikte Fristen sind einzuhalten.

Dringender Handlungsbedarf

Bis spätestens Ende Oktober 2014 müssen die sogenannten Kirchensteuerabzugsmerkmale (KiStAM) in einem automatisierten Verfahren abgerufen werden – und das jährlich! Zuvor muss das Unternehmen in einem mehrstufigen Prozess die Zulassung beantragen. Es gibt also einiges an neuem Wissen anzueignen, und dann ist auch noch sehr schnell zu handeln. Religion

Neue gesetzliche Pflicht

Neben Banken und Versicherungen trifft die neue Pflicht insbesondere Kapitalgesellschaften, also GmbHs und Aktiengesellschaften. Das Einkommensteuergesetz schreibt die neue Kirchensteuerabzugspflicht in § 51a Abs. 2c bis 2e und Abs. 6 vor.

Dies gilt für abgeltend besteuerte Kapitalerträge, die ab dem 1.1.2015 beispielsweise an Anteilseigner von Kapitalgesellschaften fließen, also in erster Linie bei Gewinnausschüttungen an Gesellschafter.

Für den KiStAM-Abruf werden zudem bestimmte Daten des Kirchensteuerpflichtigen benötigt, zum Beispiel:

  • Geburtsdatum und
  • Steueridentifikationsnummer.

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Wie Kapitalerträge bis Ende 2014 besteuert werden:

Kirchensteuerpflicht auf Kapitalerträge

Kapitalerträge, die den Sparer-Pauschbetrag von 801 € (1.602 € bei zusammenveranlagten Ehe- oder Lebenspartnern) übersteigen, werden seit 2009 mit 25 % pauschal und abgeltend besteuert. Hinzu kommen noch die Zuschlagsteuern Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer; letztere aber nur, wenn der Steuerpflichtige Mitglied einer kirchensteuererhebenden Religionsgemeinschaft ist. Konfessionslose und Muslime müssen keine, Katholiken und Protestanten hingegen 9 % Kirchensteuer auf die Einkommensteuer zahlen. In Baden-Württemberg und Bayern sind es nur 8 %. Dafür gibt es dort zusätzlich das außerhalb dieses Abzugssystems laufende Kirchgeld, das der lokalen Kirche zugutekommen soll.

Kirchensteuer auf Abgeltungsteuer

Kirche Die Abgeltungsteuer soll eigentlich die Besteuerung von Kapitalerträgen vereinfachen. Die Zahlstellen und Schuldner der Abgeltungsteuer - vor allem Banken, Bausparkassen und Versicherungen - nehmen den Steuerabzug automatisch an der Quelle vor und führen für ihre Kunden zwingend die Abgeltungsteuer (und ab 2015 zusätzlich auch die Kirchensteuer) ans Finanzamt ab. Mit diesem Steuerabzug ist die geschuldete Einkommensteuer abgegolten. Systemgerecht wird mit dem neuen Kirchensteuerabzugsverfahren ab 2015 auch die Kirchensteuer auf Abgeltungsteuer in dieses verpflichtende Quellensteuerverfahren einbezogen. Folglich wird - neben der Abgeltungsteuer - auch die Kirchensteuer auf Abgeltungsteuer an der Zahlstelle einbehalten und künftig ans Finanzamt abgeführt. Damit sind dann sowohl Einkommen- als auch Kirchensteuer auf die Kapitalerträge abgegolten.

Wahlrecht: Quellenbesteuerung oder Selbstveranlagung

Bis einschließlich 2014 haben Steuerpflichtige bezüglich der Kirchensteuer ein Wahlrecht:

  1. Über einen Antrag auf Einbehalt der Kirchensteuer können sie beispielsweise ihre Kreditinstitute beauftragen, die Kirchensteuer auf die Abgeltungsteuer abzuführen.

  2. Andernfalls sind sie verpflichtet, eigene Kapitaleinkünfte in der Anlage KAP ihrer Einkommensteuererklärung anzugeben. Die Kirchensteuer wird dann infolgedessen vom Finanzamt festgesetzt und muss vom Anleger bzw. Gesellschafter selbst beglichen werden.

Offensichtlich nutzte aber der eine oder andere Kapitaleinkünftebezieher dieses Schlupfloch und hinterzog Kirchensteuer auf seine Kapitalerträge. Für Kapitalgesellschaften oder Banken war eine solche Steuerhinterziehung bislang folgenlos, da es sich bis dato um die Privatangelegenheit ihres Gesellschafters bzw. Anlegers handelte und sie nicht verpflichtet waren, die Kirchensteuerpflicht zu prüfen und gegebenenfalls Kirchensteuer einzubehalten und abzuführen.

Durch das neue Kirchensteuerabzugsverfahren wird sich dies radikal ändern. Künftig werden die Gesellschaften für den richtigen Abzug und die Quellenbesteuerung verantwortlich sein.

Die (freiwilligen) Aufträge auf Kirchensteuereinbehalt der Gesellschafter und Anleger laufen automatisch zum 31.12.2014 aus, Neuaufträge sind nicht mehr nötig, da das automatisierte Kirchensteuerabzugsverfahren zur Pflicht wird. Dennoch bleibt ein Wahlrecht zur Selbstveranlagung bestehen, weil Gesellschafter und Anleger den KiStAM-Abruf durch einen Sperrvermerk verhindern können. Der Regelfall ab 2015 ist jedoch die Quellenbesteuerung.

Neues System soll Kirchensteuerhinterziehung verhindern

Hierfür wird ein neues automatisiertes Kirchensteuerabzugsverfahren eingeführt, das die Steuervermeidung verhindern soll. Arbeiten die Behörden wie geplant systematisch zusammen, dann ist die Hinterziehung von Kirchensteuer auf Abgeltungsteuer künftig nicht mehr möglich. Anzuwenden ist das neue Kirchensteuerabzugsverfahren erst für Zinszahlungen und Dividenden, die ab dem 1.1.2015 zufließen werden. Für Gewinnausschüttungen und Zuflüsse bis Ende 2014 gilt noch das bisherige System.

Kirchenaustritt verhindert künftigen Abzug

Austreten In Deutschland sind laut einer aktuellen Umfrage der Nachrichtenagentur idea rund 60 % der Bevölkerung Mitglied einer kirchensteuererhebenden Religionsgemeinschaft, darunter 24,4 Millionen Katholiken und 23,4 Millionen evangelische Christen. Nach Presseberichten reagierten offensichtlich viele Bankkunden in den letzten Monaten auf die Information durch ihre Kreditinstitute mit einem Kirchenaustritt.

Manche Kirchen verzeichneten im ersten Halbjahr 2014 eine Austrittswelle sondergleichen. So sollen in der evangelisch-lutherischen Landeskirche in Württemberg bis zu 50 % mehr Protestanten aus der Kirche ausgetreten sein als noch im Vorjahr. Darunter auch viele über 65-Jährige, was darauf schließen lässt, dass es wohl häufig einen direkten Bezug zwischen dem Kirchenaustritt und dem neuen Kirchensteuerabzugsverfahren gibt.

Möglicherweise vermuten manche darin eine neue Steuer oder eine Steuererhöhung, was faktisch falsch ist. Tatsächlich wird mit dem neuen Verfahren keine neue Steuer eingeführt, lediglich sichergestellt, dass mit der Quellenbesteuerung Kirchensteuer auf Kapitalerträge abgeführt wird - so wie es bereits jetzt vorgeschrieben ist.

Wer sich zu einem Kirchenaustritt entschieden hat, der kann diesen beim Einwohnermeldeamt seiner Stadt oder Gemeinde persönlich erklären. Das Amt wird den Kirchenaustritt an weitere Behörden - auch dem Finanzamt - melden. Ein Kirchensteuerabzug entfällt dann für die Zukunft.

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