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Pauschalsteuer für Sachzuwendungen

Pauschalsteuer für Sachzuwendungen

  • Richtig schenken unter Geschäftspartnern 
  • Auch relevant bei Zuwendungen für Mitarbeiter 
  • Kostenlos und auf dem neuesten Stand  

E-Book: Regeln bei der Pauschalierung

E-Book: Regeln bei der Pauschalierung
 
kostenlos
19 Seiten | A4 Druckformat | 1 MB
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Sie sind Unternehmer? Dann wissen Sie sicherlich, wie wichtig es ist, im richtigen Zeitpunkt auch mal spendabel zu sein. Geschäftspartner und Kunden zu beschenken ist eine lohnende Zukunftsinvestition und füllt im Zweifel die Auftragsbücher.

Doch aufgepasst: Leider ist bei jedem Geschenk auch das Finanzamt mit von der Partie. Denn wird beispielsweise ein Geschäftspartner von Ihnen beschenkt und das Finanzamt bekommt Wind davon, muss der Beschenkte in Höhe des Werts des Präsents eine steuerpflichtige Betriebseinnahme verbuchen. Da bekommt Ihr Geschenk schnell einen bitteren Beigeschmack und der Geschäftspartner verbindet mit Ihnen vielleicht ein ungutes Gefühl. Doch genau das sollte natürlich nicht passieren. Gute Nachricht: Es gibt eine Lösung für dieses Problem. Damit die Freude über Ihr Geschenk nicht getrübt wird, können Sie den Beschenkten beim Finanzamt „freikaufen“.

„Freikaufen“ bedeutet, dass Sie eine pauschale Steuer von 30% plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer an das Finanzamt überweisen, und das Finanzamt belästigt den Beschenkten nicht mit Steuern auf sein Präsent. In der Praxis ist es gar nicht so einfach mit dieser Pauschalsteuer - zumal die Pauschalierungsvorschrift laut Bundesfinanzhof (BFH) nur dann greift, wenn die Zuwendungen beim Empfänger zu steuerpflichtigen Einkünften führen.

In diesem kostenlosen E-Book schließen wir Wissenslücken, beantworten Praxisfragen und geben Ihnen einen Verhaltensknigge an die Hand, wie Sie sich als Schenkender gegenüber dem Finanzamt verhalten sollten.

Die Regelungen zur Pauschalsteuer nach § 37b EStG können auch für Sachzuwendungen an Arbeitnehmer angewandt werden. Das verhindert, dass Mitarbeiter für Präsente ihres Arbeitgebers Steuern bezahlen müssen.

Steuerliches Drama, das es zu vermeiden gilt

Beschenken Sie einen Geschäftspartner oder laden Sie ihn aus betrieblichen Gründen auf eine Reise oder zu einem Fußballspiel ein, um neue Aufträge zu bekommen, kann es passieren, dass der Beschenkte vom Finanzamt zur Versteuerung dieser Zuwendungen verdonnert wird. Ein Ärgernis, das die Auftragsvergabe oder sogar die Zusammenarbeit gefährden könnte und deshalb unbedingt verhindert werden sollte. Hier ein typisches Praxisbeispiel, wie dieses steuerliche Drama seinen Lauf nehmen kann und wie Sie es als Schenkender verhindern können.

Typisches Praxisbeispiel:

Pauschalsteuer

Sie sind selbstständiger Handwerker, nutzen bereits eine clevere Handwerkersoftware von Lexware und schenken einem Geschäftspartner, von dem Sie laufend Aufträge erhalten, acht Kartons mit je sechs Flaschen Champagner. Kosten: 2.000 Euro zuzüglich 380 Euro Umsatzsteuer. Bei einer Lohnsteuerprüfung stößt der Prüfer des Finanzamts auf dieses Präsent. Er stellt Sie vor die Wahl: Sie führen eine Pauschalsteuer nach § 37b EStG auf das Geschenk ab oder der Prüfer informiert das Finanzamt des Beschenkten.

Fazit: Pauschalieren und überweisen Sie die Lohnsteuer für das Präsent nicht an das Finanzamt, dürfte der Geschäftspartner alles andere als erfreut sein über Ihr Geschenk. Er muss für Ihre gut gemeinte Aktion rund 1.000 Euro Steuern an das Finanzamt zahlen. Folgeaufträge: ungewiss angesichts dieses Ärgernisses.

Voraussetzungen für die Pauschalierung nach § 37b EStG

Zur Pauschalsteuer nach § 37b EStG sollten Sie als Schenkender folgende elementaren Grundsätze kennen und beachten:

Steuer-1x1 zur Pauschalsteuer für Sachzuwendungen

  1. Die Pauschalsteuer für Sachzuwendungen an Arbeitnehmer bzw. Kunden und Geschäftspartner kann abgeführt werden, wenn es sich bei dem Präsent nicht um ein Geldgeschenk handelt.
  2. Die Zuwendung muss betrieblich veranlasst sein. Private Geschenke, die nicht über die Buchhaltung laufen, können nicht mit der Pauschalsteuer abgegolten werden.
  3. Die Sachzuwendungen müssen zusätzlich zur ohnehin geschuldeten Leistung erbracht werden.
  4. Die Pauschalsteuer ist nur abzuführen, wenn die Sachzuwendung beim Empfänger zu einem steuerpflichtigen Einkommen führt. Im Klartext: Wird ein im Ausland lebender und in Deutschland steuerlich nicht erfasster Arbeitnehmer bzw. Kunde oder Geschäftspartner beschenkt oder ein Privatkunde, fällt keine Pauschalsteuer an.
  5. Sie haben ein Wahlrecht. Sie müssen die Pauschalsteuer für Sachzuwendungen nicht an das Finanzamt abführen, Sie können aber.
  6. Entscheiden Sie sich als Schenkender für die Abführung der Pauschalsteuer, muss die Pauschalsteuer zwingend für jede Sachzuwendung abgeführt werden. Ausnahme: Das Wahlrecht kann für Sachzuwendungen an Arbeitnehmer und für Sachzuwendungen an Dritte wie Kunden und Geschäftspartner unterschiedlich ausgeübt werden.
  7. Die Pauschalsteuer kann nur für Sachzuwendungen angewandt werden, deren Wert nicht über 10.000 Euro liegt.
  8. Die Pauschalsteuer ist eine Art Lohnsteuer und muss in der Lohnsteueranmeldung erklärt werden.
  9. Die Pauschalsteuer darf als Betriebsausgabe den Gewinn mindern, wenn auch für die Sachzuwendung selbst ein Betriebsausgabenabzug in Betracht kommt.
  10. Ausgangswert für die Ermittlung der Pauschalsteuer ist stets der Bruttobetrag der Sachzuwendung, also der Wert des Präsents inklusive Umsatzsteuer.

Sonderregelung bei Streuwerbeartikeln

In einem Infoschreiben wies die Oberfinanzdirektion (OFD) Karlsruhe bei Streuwerbeartikeln auf ein Risiko und auf einen Gestaltungstipp hin. Es gibt hier keine Verpflichtung zur Pauschalierung nach § 37b EStG.

Sachzuwendungen an Arbeitnehmer oder Kunden bzw. Geschäftspartner, deren Herstellungskosten bzw. Anschaffungskosten 10 Euro nicht übersteigen, sind bei der Pauschalsteuer nach § 37b EStG als sogenannte Streuwerbeartikel einzustufen. Folge: Für diese Geschenke muss keine Pauschalsteuer an das Finanzamt abgeführt werden.

Praxis-Tipp:

Doch aufgepasst! Die OFD Karlsruhe stellte nun klar, dass diese Regelung im Zuge der regulären Lohnversteuerung bei Mitarbeitern nicht gilt. Sachbezüge an Mitarbeiter sind danach lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei, wenn die 44-Euro-Freigrenze nach § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG pro Monat nicht überschritten wird. Schenkt ein Arbeitgeber seinem Mitarbeiter fünf Mal im Monat einen Streuwerbeartikel im Wert von 10 Euro, wäre die Freigrenze von 44 Euro überschritten und der Sachbezug wäre damit lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtig.

 

Beispiel: Ein Arbeitgeber schenkt einem Mitarbeiter in einem Monat fünf Streuwerbeartikel im Wert von jeweils 9 Euro (gesamt also 45 Euro). Da es ja die Sonderregelung zur Pauschalierung nach § 37b EStG bis 10 Euro je Streuwerbeartikel gibt, führt er die Pauschalsteuer nicht ab. Bei einer Lohnsteuerprüfung deckt der Lohnsteuerprüfer des Finanzamts diese Sachzuwendungen auf und fordert Lohnsteuer. Begründung: Die Sonderregelung zu § 37b EStG gilt bei der Lohnversteuerung nicht. Da die Freigrenze von 44 Euro überschritten ist, sind die Sachzuwendungen zu versteuern. Die Sozialversicherungsfreiheit geht hier also für den Arbeitnehmer und den Arbeitgeber verloren.

OFD Karlsruhe bietet Ausweg aus Lohnversteuerung

Die OFD Karlsruhe warnt jedoch nicht nur vor der fehlenden Sonderregelung zu Streuwerbeartikeln bei Ermittlung der Höhe der Sachbezugswerte bei der Lohnsteuer. Sie bietet vielmehr auch gleich einen Ausweg an (OFD Karlsruhe, LSt aktuell, Ausgabe 2/2015 vom 18.12.2015).

Praxis-Tipp:

Ein Arbeitgeber kann für bestimmte Streuwerbeartikel die Pauschalsteuer nach § 37b EStG an das Finanzamt abführen. Damit wird der Wert dieser Sachzuwendungen bei Überprüfung der monatlichen Freigrenze von 44 Euro nicht einbezogen.

 

Beispiel – Pauschalsteuer nach § 37b EStG als Ausweg zur Lohnsteuer: In unserem Ausgangsbeispiel führt der Arbeitgeber für einen der fünf Streuwerbeartikel die Pauschalsteuer nach § 37b EStG an das Finanzamt ab. Folge: Der Sachbezug nach § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG beträgt danach nur noch 36 Euro. Da die 44-Euro-Freigrenze damit nicht überschritten ist, fällt für den Sachbezug von 36 Euro keine Lohnsteuer an. Weiterer Vorteil im Vergleich zu unserem Ausgangsbeispiel: Es fällt auf die Sachbezüge keine Sozialversicherung an – weder für den Arbeitnehmer noch für den Arbeitgeber.

Fazit: Dieser Ausweg bei der Lohnbesteuerung von Sachbezügen lohnt sich vor allem für Arbeitgeber mit vielen Angestellten, die Sachbezüge erhalten. Der Arbeitgeber spart sich hier stets seinen Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung, weil Sachbezüge unter 44 Euro pro Monat nicht nur steuerfrei sind, sondern auch sozialversicherungsfrei. Entscheidet sich ein Arbeitgeber für die Pauschalierung nach § 37b EStG für Sachbezüge, erspart er dem Beschenkten zwar Einkommensteuer. Die Pauschalsteuer ist allerdings in der Lohnsteuer-Anmeldung des Arbeitgebers zu erklären.

Screen vom Inhalt Ebook Pauschalsteuer Sachzuwendungen

Leitfaden zu Pauschalsteuer für Sachzuwendungen

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19 Seiten | A4 Druckformat | 1 MB

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