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Wichtige Steueränderungen zum Jahreswechsel 2015/2016 – für Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Selbstständige

Wichtige Steueränderungen zum Jahreswechsel 2015/2016 – für Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Selbstständige

  • Was hat sich im neuen Jahr geändert? 
  • Kindergeld, Steuererklärung & mehr 
  • Kostenlos und auf dem neuesten Stand  

E-Book: Steueränderungen 2016

E-Book: Steueränderungen 2016
 
kostenlos
11 Seiten | A4 Druckformat | 1,46 MB
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Wie immer hat der Gesetzgeber pünktlich zum Jahreswechsel eine Reihe von Änderungen vorgenommen, die Steuerpflichtige ab 2016 beachten müssen. Vom höheren Grundfreibetrag über den weiteren Abbau bürokratischer Pflichten bis hin zum grenzübergreifenden Informationsaustausch in Steuerangelegenheiten ist für jeden etwas dabei.

In diesem kostenlosen E-Book haben wir die wichtigsten rechtlichen Änderungen für Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Selbstständige zusammengefasst.

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Höherer Grundfreibetrag für alle

Alle zwei Jahre legt die Bundesregierung den Existenzminimumbericht vor. Darin wird festgehalten, wie hoch der Betrag für Erwachsene und Kinder sein muss, der grundsätzlich von der Einkommensteuer freizustellen ist. Der Existenzminimumbericht ist eine Prognose und soll – den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts folgend – sicherstellen, dass der Bevölkerung auch nach Begleichen ihrer Steuern noch so viel Geld übrig bleibt, dass sie ihren notwendigen Lebensunterhalt und den ihrer Familie bestreiten können.

Steueraenderungen 2016 Sparschwein

Da die Höhe des Existenzminimums von den allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnissen und den Lebenshaltungskosten abhängt, werden der Grundfreibetrag, das Kindergeld und der Kinderfreibetrag regelmäßig angepasst. Der Grundfreibetrag für alle Steuerpflichtigen ist bereits 2015 erhöht worden und steigt ab 2016 noch einmal um 180 Euro auf 8.652 Euro. Nach Berechnungen der Lohnsteuerhilfe Bayern werden so beispielsweise Einzelveranlagte mit einem jährlichen zu versteuernden Einkommen von 50.000 Euro bei der Einkommensteuer um 121 Euro entlastet. Zusammenveranlagte Ehepaare mit einem gemeinsamen Einkommen von 80.000 Euro können etwa mit einer Steuerersparnis von 184 Euro rechnen.

Mehr Kindergeld ab 2016

Auch das Kindergeld wurde bereits im Jahr 2015 rückwirkend erhöht, ab 2016 kommen noch einmal 2 Euro pro Kind dazu. Damit gilt ab 2016: Für das erste und zweite Kind gibt es monatlich 190 Euro Kindergeld, für das dritte 196 Euro und für jedes weitere Kind 221 Euro.

Achtung: Auch für den Kindergeldbezug gibt es 2016 eine Neuerung. Wer Kindergeld erhalten möchte, muss der Familienkasse seine Steuer-Identifikationsnummer und die Steuer-Identifikationsnummer des Kindes angeben. Diese Änderung wird eingeführt, damit sichergestellt ist, dass für jedes Kind nur einmal Kindergeld gezahlt wird und es nicht zu Doppelzahlungen kommt.

Praxis-Tipp:

Je eher Sie der Familienkasse die Steuer-Identifikationsnummer mitteilen, umso besser. Allerdings beanstanden die Behörden es grundsätzlich nicht, wenn Sie die Angaben im Laufe des Jahres 2016 nachreichen. Erhält die Familienkasse die Steuer-Identifikationsnummern jedoch auch dann nicht, ist sie gesetzlich verpflichtet, die Kindergeldzahlung zum 1. Januar 2016 aufzuheben und das seit Januar 2016 gezahlte Kindergeld zurückzufordern.

 

Ihre Steuer-Identifikationsnummer und die Ihres Kindes finden Sie im jeweiligen Mitteilungsschreiben des Bundeszentralamts für Steuern. Die Nummer ist auch auf der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung Ihres Arbeitgebers oder in Ihrem Einkommensteuerbescheid verzeichnet.

Erhöhung des Kinderfreibetrags

Analog zur Erhöhung des Kindergelds hat der Gesetzgeber auch den Kinderfreibetrag angehoben – auf 4.608 Euro (oder 2.304 Euro pro Elternteil). Ab dem 1. Juli 2016 steigt zusätzlich der Kinderzuschlag auf 160 Euro monatlich. Diesen Betrag können Betroffene zusätzlich zum Kindergeld beantragen, wenn sie zwar ihren eigenen Lebensunterhalt bestreiten können, nicht aber den der Kinder.

Steueraenderungen Kindergeld

Übrigens: Auch der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende ist weitgehend unbemerkt bereits 2015 erhöht worden. Wer mit seinem Kind allein im Haushalt wohnt, kann steuerlich einen Freibetrag von 1.908 Euro im Jahr geltend machen. Für jedes weitere Kind ergibt sich ein jeweils höherer Freibetrag von 240 Euro. Der Entlastungsfreibetrag wird beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt, und zwar mit der Lohnsteuerklasse II. Achtung: Auch diesen Freibetrag gibt es seit 2015 nur noch, wenn Sie der Finanzverwaltung die Steuer-Identifikationsnummer des Kindes nennen.

Lohnsteuerabzug und Steuererklärung – leichter gemacht

Die Freibeträge für den Lohnsteuerabzug müssen Arbeitnehmer ab 2016 nicht mehr jährlich neu beantragen. Ab 2016 gelten die Freibeträge zwei Jahre lang – es sei denn, die Voraussetzungen für den Freibetrag ändern sich. Ähnlich verfährt die Finanzverwaltung mit dem Faktorverfahren für Ehepaare: Haben sich Eheleute für die Steuerklasse VI plus Faktor entschieden, um die zu zahlende Lohnsteuer möglichst genau vorab berechnen zu lassen, gilt auch dies künftig für zwei Jahre.

Eine interessante Neuerung hält der Gesetzgeber für Geringverdiener bereit, die einen Lohnsteuerfreibetrag eingetragen haben. Grundsätzlich sind Sie verpflichtet, eine Steuererklärung einzureichen, wenn Ihnen ein Freibetrag auf der Steuerkarte gewährt wurde. Ausgenommen davon sind nur der Behinderten- und Hinterbliebenen-Pauschbetrag sowie die Kinderfreibeträge. Ansonsten müssen Steuerpflichtige eine Erklärung abgeben, wenn ihr Arbeitslohn eine bestimmte Summe übersteigt. Diese Verdienstgrenze wird 2016 angehoben. Dann entfällt für Alleinstehende bis zu einem Jahresarbeitslohn von 11.000 Euro (Verheiratete: 20.900 Euro) die Pflicht, eine Steuererklärung zu machen.

Praxis-Tipp:

Wenn Sie nicht dazu verpflichtet sind, eine Steuererklärung einzureichen, können Sie dies für zurückliegende Jahre noch tun. Das lohnt sich zum Beispiel dann, wenn Sie mit einer Steuererstattung rechnen können. Bis zum 31.12.2016 können Sie rückwirkend noch bis zum Steuerjahr 2012 eine Erklärung abgeben.

 

Seit Einführung des nachgelagerten Besteuerungsverfahrens für Renten können im Gegenzug Beiträge zu den Basisrenten steuerlich geltend gemacht werden. Dazu zählen Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung sowie Beiträge zu anderen Basisrenten (etwa der Rürup-Rente). Der prozentuale Anteil, der in der Steuererklärung steuermindernd angesetzt werden kann, wird derzeit jährlich erhöht. 2016 liegt er bereits bei 82 Prozent. Bis zum Jahr 2025 können Steuerpflichtige die vollen Beträge als Sonderausgaben geltend machen, dabei gelten jedoch Obergrenzen. Im Jahr 2016 liegt diese Höchstgrenze bei 22.767 Euro (bei Zusammenveranlagung 45.534 Euro), davon können maximal 82 Prozent steuerlich angesetzt werden (= 18.669 Euro).

Auch der Unterhaltsfreibetrag für Angehörige und Lebensgefährten wird angehoben. Damit können Unterhaltspflichtige jährlich bis zu 8.652 Euro zuzüglich Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge des Unterstützten absetzen. Auf den Unterhaltshöchstbetrag rechnet das Finanzamt Einkünfte und Bezüge des Unterstützten an, wenn sie über 624 Euro im Jahr betragen.

Neue Steuergesetze: Kaufprämie für Elektroautos und steuerliche Förderung der Elektromobilität

Haben Sie sich dieses Jahr für Ihren betrieblichen Fuhrpark schon ein Elektroauto zugelegt oder ist der Kauf geplant? Dann gibt es zwei gute Nachrichten. Für Kauf- oder Leasingverträge ab dem 18.05.2016 wird nämlich eine Kaufprämie für Elektroautos eingeführt und es tritt ein Gesetz zu steuerlichen Vergünstigungen für Elektroautos in Kraft. Hier die wichtigsten Infos, wie Sie den Staat den Kauf Ihres Elektroautos mitfinanzieren lassen.

Die Europäische Kommission hat am 16.06.2016 bereits grünes Licht für die Kaufprämie gegeben. Gefördert werden private und betriebliche Elektroautos, die entweder ab dem 18.05.2016 gekauft oder geleast wurden.

Die Kaufprämie, auch als Umweltbonus bezeichnet, beträgt 4.000 Euro für rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge sowie 3.000 Euro für Plug-in-Hybride und wird jeweils zur Hälfte von der Bundesregierung und Industrie finanziert. Sie gilt allerdings nicht für alle Elektroautos. Voraussetzung für den Umweltbonus ist, dass der Netto-Listenpreis des Elektroautos für das Basismodell unter 60.000 Euro liegt. Die Förderung ist auf 600 Millionen Euro beschränkt und läuft längstens bis 2019.

Praxis-Tipp:

Diese Kaufprämie müssen Unternehmer entweder in voller Höhe als Betriebseinnahme dem Gewinn ihres Unternehmens hinzurechnen oder sie kürzen die Anschaffungskosten für den Pkw und haben dadurch eine niedrigere gewinnmindernde Abschreibung.

 

Beispiel: Sie kaufen im Juli 2016 ein Elektrofahrzeug für 55.000 Euro und beantragen dafür die Kaufprämie für Elektroautos in Höhe von 4.000 Euro. Sie haben nun folgende Möglichkeiten, die erhaltene Kaufprämie steuerlich zu erfassen:

 
  Minderung der Anschaffungskosten Erfassung als Betriebseinnahme
Kaufprämie als Betriebseinnahme 0 Euro; Kaufprämie muss nicht als Betriebseinnahme dem Gewinn hinzugerechnet werden 4.000 Euro
Kaufprämie mindert Anschaffungskosten Gewinnmindernd dürfen in den nächsten sechs Jahren 51.000 Euro abgeschrieben werden (Kaufpreis 55.000 Euro abzgl. Kaufprämie 4.000 Euro) Die gewinnmindernde Abschreibung beträgt für die nächsten sechs Jahre insgesamt 55.000 Euro

Antragsberechtigt sind Unternehmen, Privatpersonen, Stiftungen, Körperschaften und Vereine, auf die ein Neufahrzeug zugelassen wird. Anträge zur Kaufprämie für Elektroautos können nach Veröffentlichung der Förderrichtlinie im Bundesanzeiger beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gestellt werden.

Neben der Kaufprämie winken auch Steuererleichterungen

Die Kaufprämie für Elektroautos ist nur ein Baustein auf dem Weg der Bundesregierung, Kaufanreize für Elektroautos zu erhöhen. Ein zweiter Baustein sind Steuervergünstigungen, die mit dem Gesetz zur steuerlichen Förderung von Elektromobilität im Straßenverkehr in Kraft treten werden. Danach sind folgende Steuervergünstigungen geplant:

  • Die bisher auf fünf Jahre beschränkte Befreiung von der Kfz-Steuer für Elektroautos wird rückwirkend ab dem 01.01.2016 auf zehn Jahre ausgedehnt.
  • Stellt ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern als Dienstwagen Elektroautos zur Verfügung, führen die Ausgaben des Arbeitgebers für das Aufladen der Batterie nicht zu einem lohnsteuerlichen geldwerten Vorteil. Dasselbe gilt, wenn ein Arbeitnehmer als Privatfahrzeug ein Elektroauto fährt und der Arbeitgeber es ihm erlaubt, dieses Elektroauto im Betrieb aufzuladen.

Screen vom Inhalt Ebook Steueraenderungen 2016

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