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Ratgeber Umsatzsteuer 2016: Wegweiser durch den Dschungel

Ratgeber Umsatzsteuer 2016: Wegweiser durch den Dschungel

  • Umsatzsteuer und Vorsteuer einfach erklärt 
  • Kleinunternehmer, Eigenverbrauch und mehr 
  • Kostenlos und auf dem neuesten Stand  

E-Book: Umsatzsteuer 2016

E-Book: Umsatzsteuer 2016
 
kostenlos
20 Seiten | A4 Druckformat | 1,5 MB
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Bei der Umsatzsteuer handelt es sich um eine sehr „formelle Steuerart“. Werden bestimmte Vorgaben und Formalien nicht eingehalten, muss Umsatzsteuer an das Finanzamt nachbezahlt oder eine Vorsteuerkürzung hingenommen werden.

Grund genug also, das Thema Steuern zur Chefsache zu machen. In unserem E-Book „Umsatzsteuer 2016“ geben wir Ihnen als Kleinunternehmer wichtige Grundzüge an die Hand und informieren Sie über Neuerungen und umsatzsteuerliche Stolpersteine.

Tipp: Wenn Sie darüber hinaus professionelle Unterstützung bei den Themen Umsatzsteuer-Voranmeldung, Buchhaltung und Finanzen benötigen, empfehlen wir lexoffice, die Cloud-basierte Software von Lexware. Mit lexoffice Buchhaltung & Finanzen können Sie überall auf Ihre Daten zugreifen – ob im Büro, zu Hause oder unterwegs.

Umsatzsteuer & Vorsteuer im Visier des Finanzamts

Dass die Umsatzsteuer und der Vorsteuerabzug einen besonderen Stellenwert einnehmen, verdeutlichen die folgenden Verpflichtungen und Maßnahmen, mit denen die Finanzverwaltung die korrekte Umsatzbesteuerung in Unternehmen sicherstellen möchte:

1. Existenzgründer
Sie müssen in den ersten beiden Jahren von Anfang an monatlich zum 10. des Folgemonats eine Umsatzsteuer-Voranmeldung abgeben – unabhängig wie viel Umsatz sie machen. Nach Ablauf der ersten zwei Jahre ist eine monatliche Abgabepflicht nur dann vorgeschrieben, wenn im Vorjahr mehr als 7.500 Euro Umsatzsteuer zu zahlen waren. Für die anderen Fälle gilt eine vierteljährliche Abgabepflicht.

Umsatzsteuer

2. Umsatzsteuer-Nachschau
Finanzbeamte können unvermittelt und ohne jegliche Ankündigung plötzlich vor der Tür stehen und verlangen, die umsatzsteuerrelevanten Unterlagen im Betrieb zu sichten. Dann sind entsprechende Belege und die Buchführung vorzuzeigen. In der Regel greift das Finanzamt nur bei einem Tatverdacht (beispielsweise außerordentlich hohe Vorsteuer-Meldung) zu dieser Maßnahme.

3. Umsatzsteuer-Sonderprüfung
Eine Betriebsprüfung kann sich alleine auf die Umsatzsteuer erstrecken. Doch diese wird schriftlich angekündigt.

4. Reverse-Charge-Verfahren
In einigen Branchen gibt es eine Umkehr der Steuerschuldnerschaft, das sogenannte Reverse-Charge-Verfahren. Prinzipiell ist die Umsatzsteuer bei Unternehmen ein durchlaufender Posten und belastet nur den Endverbraucher. Üblicherweise schuldet derjenige Unternehmer die Umsatzsteuer gegenüber dem Finanzamt, der die Leistung erbracht oder die Ware geliefert hat.

Mehrwertsteuersätze in Deutschland

  • 19 % als Regelsteuersatz
  • 7 % als ermäßigter Steuersatz etwa für Lebensmittel (außer Getränke), Bücher, Zeitungen, Zeitschriften, künstlerische Leistungen wie journalistische Artikel, Blumen, Tickets im öffentlichen Nahverkehr bis 50 Kilometer, Eintrittskarten für Theater und Museen, bestimmte Restaurationsumsätze (zum Beispiel Imbisse) oder auch Hotelübernachtungen

Soll- und Ist-Besteuerung

Normalerweise wird die Umsatzsteuer nach vereinbarten Entgelten berechnet (Soll-Besteuerung). Sobald Sie eine Leistung erbracht haben, ist diese auch zu besteuern – unabhängig vom tatsächlichen Zahlungszeitpunkt.

Bei der Ist-Besteuerung entsteht dagegen die umsatzsteuerliche Zahlungsverpflichtung erst mit dem Geldeingang. Die Ist-Versteuerung ist typisch für Freiberufler, die meist ihren Gewinn oder Verlust mittels einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermitteln.

Ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 31.07.2013 regelt allerdings: Ein Freiberufler (beispielsweise Architekt oder Steuerberater), der freiwillig Bücher führt, muss die Berechnung der Umsatzsteuer nach vereinbarten Entgelten, also nach der Soll-Besteuerung, durchführen.

Aktuelles Urteil: Finanzverwaltung lockert Regelungen zur Ist-Besteuerung

Die umsatzsteuerliche Ist-Besteuerung, im Fachjargon auch als „Besteuerung nach vereinnahmten Entgelten gemäß § 20 Abs. 1 UStG“ bezeichnet, muss beim Finanzamt explizit beantragt werden. Das gilt für alle Unternehmer, die keine Freiberufler sind. Wer sich bislang nicht daran gehalten hat, musste mit Sanktionen bei Umsatzsteuer- und Betriebsprüfungen rechnen.

Die Oberfinanzdirektion Karlsruhe stellte nun jedoch klar, dass die Prüfer des Finanzamts die Ist-Besteuerung in folgenden Fällen auch ohne offizielle Beantragung und Genehmigung anerkennen müssen (OFD Karlsruhe, USt-Kartei BW § 20 UStG S 7368 Karte 1 vom 29.02.2016):

  • Der Unternehmer erfüllt die Voraussetzungen für die Ist-Besteuerung.
  • Aus den Umsatzsteuer-Voranmeldungen war ersichtlich, dass der Unternehmer auch ohne Antrag die Ist-Besteuerung angewandt hat.

 

Praxis-Tipp:

Die Genehmigung zur Ist-Besteuerung soll nur dann nicht rückwirkend erteilt werden, wenn die Besteuerung nach vereinnahmten Entgelten in missbräuchlicher Weise beansprucht wird. Das wäre beispielsweise der Fall, wenn ein Unternehmer die Ist-Besteuerung anwendet und einem anderen Unternehmer eine Rechnung stellt, die dieser ohne wirtschaftliche Gründe über einen längeren Zeitraum nicht bezahlt. Denn in einem solchen Fall wird unterstellt, dass das einzige Ziel der Ist-Besteuerung die Vorsteuererstattung beim Rechnungsempfänger ist.

 

Beispiel 1:

Hanna Becker ist selbständige Handwerkerin und erfüllt die Voraussetzungen zur Ist-Besteuerung. Sie führt die Umsatzsteuer schon seit Jahren erst dann ab, wenn die Kunden ihre Rechnungen begleichen. Beantragt hat sie die Ist-Besteuerung beim Finanzamt nicht.

Folge: Sollte ein Prüfer des Finanzamts versuchen, die Umsätze rückwirkend nach der Soll-Besteuerung zu besteuern, kann Hanna Becker mit dem neuen Infoschreiben der OFD Karlsruhe vom 29.02.2016 kontern und somit die Ist-Besteuerung für die vergangenen Jahre retten.

Beispiel 2:

Heinz Müller ist selbständig mit einem Maurerbetrieb. Er erfüllt die Voraussetzungen für die Ist-Besteuerung, wendet diese auch an, hat aber beim Finanzamt niemals einen Antrag gestellt. Bei näherer Überprüfung stellt sich heraus, dass Heinz Müller dem Betrieb seines Schwagers mehrere Rechnungen gestellt hat, die über Monate hinweg nicht bezahlt wurden. Der Schwager bekam vom Finanzamt die Vorsteuer erstattet und Heinz Becker führte die Umsatzsteuer erst ab, als sein Schwager Monate später bezahlte.

Folge: Hier dürfte das Finanzamt die Ist-Besteuerung ohne Antrag nicht rückwirkend anerkennen, weil ein Gestaltungsmissbrauch vorliegt.

Sonderfall Vorsteuerpauschalisierung

Für einige Berufsgruppen gibt es umsatzsteuerliche Sonderregeln. Weil der Aufwand für die Berechnung der Vorsteuer aus jedem einzelnen Parkticket oder Fahrschein des öffentlichen Personennahverkehrs sehr groß werden kann, gibt es beispielsweise für Journalisten oder Schriftsteller eine Ausnahmeregelung. Sie können für die Ermittlung der Vorsteuer eine Pauschale verwenden: einen Durchschnittssatz auf die Nettoerlöse. Bei Journalisten beträgt dieser 4,8%, bei Schriftstellern 2,6%. Anwendbar ist diese Regelung, wenn ein Vorjahresnettoumsatz von 61.356 Euro nicht überschritten wird.

Elektronische Abgabe der Umsatzsteuer-Voranmeldung

Elster Die Umsatzsteuer-Voranmeldung gilt als eine Steuererklärung und darf daher nur vom Unternehmer selbst oder seinem Steuerberater abgegeben werden. Sie muss online an das Finanzamt übermittelt werden. Dafür stellt die Finanzverwaltung das kostenlose Programm ElsterFormular (www.elsterformular.de) zur Verfügung. Die Übermittlung muss authentifiziert erfolgen, das heißt, dass sich der Steuerpflichtige einmalig bei seinem Finanzamt registriert. Er beantragt eine PIN, die ihm postalisch zugeschickt wird. Mit dieser kann er dann seine Steuererklärungen elektronisch ans Finanzamt senden.

Härtefallantrag: Haben Sie aus Altersgründen keinen Internetanschluss, keine EDV-Buchhaltung und keinen Steuerberater, können Sie beim Finanzamt einen Antrag auf Befreiung von der elektronischen Übermittlung aus Härtefallgründen stellen. Akzeptiert das Finanzamt den Antrag, darf die Umsatzsteuer-Voranmeldung ausnahmsweise weiterhin in Papierform zugesandt werden.

Kleinunternehmerregelung

17.500 Euro ist eine wichtige Grenze im Umsatzsteuergesetz. Wer diese Einnahmeschwelle nicht überschreitet, hat die Möglichkeit als Kleinunternehmer definiert zu werden. Als solcher darf er keine Umsatzsteuer in seinen Rechnungen ausweisen und hat im Gegenzug auch keine Vorsteuerabzugsmöglichkeit. Eine Umsatzsteuer-Jahreserklärung ist zwar anzufertigen, Umsatzsteuer-Voranmeldungen müssen jedoch nicht abgegeben werden.

Kleinbetragsrechungen

Für Kleinbetragsrechnungen bis 150 Euro toleriert die Finanzverwaltung, dass nicht alle Angaben gemacht werden müssen. Allerdings sind auch hier erforderlich: 1. Name und Anschrift des leistenden Unternehmers 2. Ausstellungsdatum 3. Menge und Bezeichnung der gelieferten Ware oder Art und Umfang der sonstigen Leistung 4. Steuersatz 5. Bruttobetrag

Um den Vorsteuerabzug aus solchen Quittungen zu berechnen, in denen die Mehrwertsteuer nicht exakt ausgewiesen ist, können Sie folgendermaßen vorgehen:

 

  • Bei Umsätzen mit dem Steuersatz von 19% können Sie mit der Formel „Bruttobetrag / 119 * 19“ oder mit dem Multiplikator von 15,97% die Umsatzsteuer berechnen. Das Nettoentgelt wird mit dem Divisor 1,19 ermittelt.
  • Bei Umsätzen mit dem Steuersatz von 7% verwenden Sie die Formel „Bruttobetrag / 107 * 7“ oder den Multiplikator 6,54%. Das Nettoentgelt berechnen Sie mit dem Divisor 1,07.

 

Umsatzsteuer erledigt

Eigenverbrauch und private Entnahmen

Unternehmer, die Vorsteuer aus Rechnungen abziehen, sollten bedenken, dass sie für private Entnahmen Umsatzsteuer zahlen müssen. Wenn ein Einzelhändler Waren aus dem Laden für den eigenen Konsum verwendet, so hat dies nicht nur eine einkommensteuerrechtliche, sondern sogar auch eine umsatzsteuerrechtliche Konsequenz.

Neben dem Pkw-Eigenverbrauch müssen insbesondere Unternehmer, die Lebensmittel herstellen oder damit handeln, Umsatzsteuer auf einen unterstellten Eigenverbrauch versteuern.

Das Bundesfinanzministerium erlässt hierfür jedes Jahr fixe Werte, die Metzger, Bäcker oder Betreiber von Gaststätten und Cafés umsatzversteuern müssen (sog. Pauschbeträge für Sachentnahme (Eigenverbrauch) 2014; BMF, Schreiben vom 16.12.2013, Aktenzeichen IV A 4 - S 1547/13/10001-01).

Umsatzsteuer Bild

Der Ratgeber zur Umsatzsteuer 2016

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