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Umsatzsteuer – Mini One Stop Shop (MOSS) als neues besonderes Besteuerungsverfahren für grenzüberschreitende elektronische Dienstleistungen

Umsatzsteuer – Mini One Stop Shop (MOSS) als neues besonderes Besteuerungsverfahren für grenzüberschreitende elektronische Dienstleistungen

  • Der Mini One Stop Shop (MOSS) einfach erklärt 
  • Wer ist betroffen? 
  • Kostenlos und auf dem neuesten Stand  

E-Book: Umsatzsteuer - Mini One Stop Shop (MOSS)

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12 Seiten | A4 Druckformat | 1,0 MB
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MOSS ist das neue unbekannte Steuerwesen. Allerdings taucht es nicht wie das legendäre schottische Ungeheuer Nessie im Sommerloch plötzlich auf und verschwindet dann wieder. Es bleibt dauerhaft erhalten, ist durchaus real und gilt in der gesamten Europäischen Union (EU). Und zwar ab nächstem Jahr. Untertauchen kann zwar Nessie, nicht aber die betroffenen Unternehmer.

Umsatzsteuer MOSS Loch Ness

Betroffen sind deutlich mehr Unternehmen als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Es betrifft unter anderem die Anbieter von elektronischen Dienstleistungen - also Unternehmer, die Texte, Bilder, Fotos und dergleichen verkaufen und diese innerhalb der EU grenzüberschreitend tun. Mit dem Mini One Stop Shop (MOSS) wird ein neues Besteuerungsverfahren eingeführt, welches die neuen und veränderten umsatzsteuerlichen Meldepflichten vereinfachen soll.

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Doch bereits vor der gesetzlich vorgeschriebenen Umsetzung zum 1.1.2015 müssen sich die betroffenen Unternehmen eingehend mit der Thematik beschäftigen, weil gegebenenfalls

  • betriebswirtschaftliche sowie
  • technische Prozesse geändert werden müssen,
  • die Kalkulation von Preisen auf den Prüfstand gestellt werden muss und
  • die Umsatzsteuersätze der Privatkunden im EU-Ausland ermittelt werden.

Gesetzliche Grundlagen

Beinahe hätte es der deutsche Gesetzgeber verschwitzt, die Vorgaben der geänderten Mehrwertsteuersystemrichtlinie rechtzeitig zum 1.1.2015 umzusetzen. Doch nach Hinweisen der Bundessteuerberaterkammer arbeitete das Bundesfinanzministerium in das Gesetz zur Anpassung des nationalen Steuerrechts an den Beitritt Kroatiens zur EU und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften (Kroatien-Anpassungsgesetz) den neuen § 18h Umsatzsteuergesetz (UStG) ein.

Umsatzsteuer MOSS deutscher Gesetzgeber

Nachdem dieses Gesetz am 11.7.2014 den Bundesrat passierte und am 30.7.2014 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wurde, kann es rechtzeitig für Besteuerungszeiträume ab den 1.1.2015 in Kraft treten.

§ 18h UStG führt in Deutschland ein neues EU-einheitliches Verfahren der Abgabe der Umsatzsteuererklärung für einen anderen EU-Staat ein. Hierfür wird ein Mini One Stop Shop (MOSS) eingerichtet. Dies ist eine Möglichkeit für den Unternehmer, seine Umsatzsteuerpflichten gegenüber einer zentralen Behörde, in Deutschland dem Bundeszentralamt für Steuern (BZSt, www.bzst.bund.de), zu erfüllen.

Gesetzlich wird der Ort der sonstigen Leistungen bei elektronischen Dienstleistungen, die an Privatpersonen in anderen EU-Mitgliedstaaten erbracht werden, ab 2015 gesetzlich neu bestimmt. Um an dem MOSS-Verfahren teilnehmen zu dürfen, muss jedoch beim BZSt eine Registrierung hierfür erfolgen. Ab dem 1.10.2014 will das BZSt für Anträge deutscher Unternehmen ein Online-Portal zur Verfügung stellen, sodass rechtzeitig ab 2015 das MOSS-Verfahren genutzt werden kann.

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Wer ist betroffen?

Die Neuregelung betrifft

  • Telekommunikationsleistungen,
  • Rundfunk- und Fernsehleistungen und
  • auf elektronischem Weg erbrachte Leistungen an Nichtunternehmer, also Privatpersonen in einem anderen EU-Staat.

Rechtslage bis Ende 2014

Rechtslage MOSS

Noch bis Jahresende 2014 gilt umsatzsteuerlich als der Ort der sonstigen Leistung bei einer elektronischen Dienstleistung an einen Nichtunternehmer im EU-Ausland das Land, in dem das Unternehmen seinen Sitz hat oder wo die Geschäftsleitung ausgeübt wird. Für deutsche Unternehmen mit beispielsweise Franzosen (z.B. EU-Verbraucher im EU-Land 1) oder Österreichern (z.B. EU-Verbraucher im EU-Land 2) als Privatkunden ist also immer der deutsche Umsatzsteuersatz und das hiesige Finanzamt anzuwenden, wenn von Deutschland aus die elektronische Dienstleistung grenzüberschreitend erbracht wird.

Für Verbraucher außerhalb der EU ist keine EU-Umsatzsteuer fällig; dies bleibt auch 2015 so.

Rechtslage ab 2015

Bei elektronischen Dienstleistungen, die ab dem 1.1.2015 von Deutschland aus ins EU-Ausland an Privatpersonen erbracht werden, gilt als der Ort der sonstigen Leistung neuerdings das Land, in dem der Verbraucher wohnt (Verbrauchslandprinzip). In den oben genannten Beispielen also in Frankreich bzw. in Österreich. Folglich wäre dort die Umsatzsteuer des Unternehmens zu entrichten und es ist auch der jeweilige ausländische Steuersatz maßgeblich.

Mit § 18h UStG wird der Mini One Stop Shop (MOSS) als neues besonderes Besteuerungsverfahren bezüglich des Dienstleistungsorts für solche EU-grenzüberschreitenden Geschäfte eingeführt. Unternehmen können voraussichtlich ab dem 1.10.2014 beim BZSt die Teilnahme daran beantragen und könnten dann bei Zulassung ab 2015 für solche Geschäfte die Umsatzsteuererklärung für alle EU-Verkäufe an Privatpersonen einheitlich dort deklarieren und die Umsatzsteuer ans BZSt abführen.

Erleicherung durch MOSS

Für Anträge deutscher Unternehmen stellt das BZSt ab dem 1.10.2014 ein Online-Portal zur Verfügung. Darüber müssen dann künftig die MOSS-Umsatzsteuererklärungen elektronisch übermittelt werden, falls das Unternehmen sich dafür entscheidet, dieses Verfahren anzuwenden. Dies ist freiwillig. Alternativ kann die deutsche Firma auch die Steuererklärungen in den jeweiligen EU-Staaten abgeben, muss aber dann jeweils dort registriert sein.

Insofern ist MOSS eine Verfahrenserleichterung und Unternehmen zu empfehlen. Dieses Verfahren ist einheitlich für alle Verkäufe an Privatleute in anderen EU-Staaten anzuwenden. Überall in Europa werden solche Mini One Stop Shops eingerichtet, in Deutschland ist dieses beim BZSt angesiedelt.

Die Umsatzsteuererklärungen sind dann vierteljährlich bis zum 20. Tag, also konkret bei Erstanwendung zum Jahresbeginn 2015 am 20.4.2015 für das erste Quartal 2015 elektronisch an das BZSt zu übermitteln. Dabei sind die Netto-Umsätze zu erfassen.

Weitere Informationen erhalten Sie beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt).

Die Antragstellung ist bei BZStOnline möglich.FAQ MOSS


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