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Vorsteuer: So sichern sich Unternehmer die problemlose Vorsteuererstattung

Vorsteuer: So sichern sich Unternehmer die problemlose Vorsteuererstattung

  • Wer ist zum Vorsteuerabzug berechtigt? 
  • Mit wertvollen Praxistipps 
  • Kostenlos und auf dem neuesten Stand  

E-Book: Alles zum Vorsteuerabzug

E-Book: Alles zum Vorsteuerabzug
 
kostenlos
21 Seiten | A4 Druckformat | 0,95 MB
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Sind Sie Unternehmer und zum Vorsteuerabzug berechtigt, kommt es häufig vor, dass das Finanzamt die Eingangsrechnungen sehen möchte, aus denen der Vorsteuerabzug stammt. Doch Achtung: Bei nur kleinen formalen Fehlern verweigert das Finanzamt die Erstattung der Vorsteuer oder fordert bereits erstattete Beträge inklusive Nachzahlungszinsen wieder zurück. Damit Ihnen das nicht passiert, erklären wir in unserem kostenlosen E-Book, worauf es bei der Vorsteuererstattung ankommt. Neben den Mindestrechnungsangaben zeigen wir Ihnen Musterrechnungen und geben Ihnen eine Prüftechnik nach dem „Vier-Augen-Prinzip“ an die Hand.

Wir verraten Ihnen zudem, welche Besonderheiten dringend beachtet werden müssen, wenn Sie gegenüber Geschäftspartnern mit Gutschriften abrechnen. Bei Gutschriften gibt es zwei Spezialvorschriften, die in Praxis zu Kopfschütteln, aber leider auch schnell zum Verlust des Vorsteuerabzugs führen können. Dieses E-Book enthält die wichtigsten Steuerspielregeln zum Vorsteuerabzug. Nehmen Sie sich die Zeit und setzen Sie sich mit den Besonderheiten auseinander. Unsere Experten garantieren Ihnen sicherlich den einen oder anderen „Aha-Effekt“ in Sachen Steuern.


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Vier-Augen-Prinzip sichert Vorsteuerabzug

Vorsteuer: Vier-Augen-Prinzip

Wir zeigen Ihnen, wie Eingangsrechnungen in Ihrem Unternehmen effektiv auf die Voraussetzungen für die Vorsteuererstattung abgeklopft werden können. Dabei orientieren wir uns an den Prüftechniken des Finanzamts.

Eine Vorsteuererstattung aus einer Rechnung eines anderen Unternehmens bekommen Sie grundsätzlich nur, wenn die Rechnung alle für den Vorsteuerabzug notwendigen Rechnungsinhalte nach § 14 Abs. 4 Umsatzsteuergesetz (UStG) enthält.

Praxis-Tipp:

Der Sachbearbeiter im Finanzamt oder ein Betriebs- oder Umsatzsteuerprüfer klopft der Reihe nach ab, ob die Rechnung auch wirklich alle notwendigen Rechnungsangaben enthält. Diese Überprüfung sollten Sie bei eingehenden Rechnungen selbst durchführen. Steuerlich optimal ist es, wenn immer zwei Personen im Unternehmen die Rechnung unabhängig auf die Voraussetzungen für die Vorsteuererstattung kontrollieren (sog. Vier-Augen-Prinzip).

Nur wenn beide Personen ihr OK zu den notwendigen Rechnungsinhalten geben, sollte die Rechnung bezahlt und der Vorsteuerabzug geltend gemacht werden. Hat einer der Rechnungsprüfer begründete Zweifel, sollte die Rechnung mit der Bitte um Übermittlung einer berichtigten Rechnung an den Rechnungsaussteller zurückgeschickt werden. Die Zahlung sollte bis zum Erhalt der neuen Rechnung zurückgestellt werden.

Selbstverständlich muss nicht jede Eingangsrechnung über 5 Euro die Vier-Augen-Kontrolle durchlaufen. Legen Sie intern fest, bis zu welchem Bruttorechnungsbetrag eine Person zur Prüfung der für den Vorsteuerabzug notwendigen Rechnungsangaben genügt und ab welchem Betrag zwei Personen prüfen sollen.

Notwendige Rechnungsinhalte für Eingangsrechnungen mit einem Bruttowert bis maximal 150 Euro

Bei einer Rechnung mit einem Bruttorechnungsbetrag bis maximal 150 Euro muss die Rechnung für die Vorsteuererstattung nur fünf Pflichtangaben enthalten. Man spricht umsatzsteuerlich von einer Kleinbetragsrechnung.

Muster einer Kleinbetragsrechnung:

Vorsteuer: Kleinbetragsrechnung

Bekommen Sie für Ihr Unternehmen eine Kleinbetragsrechnung bis 150 Euro brutto, sind die folgenden fünf Rechnungsangaben also Pflicht für den Vorsteuerabzug:


Voraussetzungen für Vorsteuererstattung

  1. Vollständiger Name und vollständige Anschrift des leistenden Unternehmens
  2. Rechnungsdatum
  3. Menge und Art der Lieferung bzw. exakte Beschreibung, worüber abgerechnet wird
  4. Umsatzsteuersatz (es würde auch genügen 140,36 Euro inklusive 19% Umsatzsteuer)
  5. Bruttorechnungsbetrag

Praxis-Tipp:

Bei Kleinbetragsrechnungen kommt es in der Praxis häufig vor, dass der Prüfer des Finanzamts den Vorsteuerabzug trotz aller Voraussetzungen nicht anerkennt. Das liegt daran, dass viele Kleinbetragsrechnungen aus Thermopapier bestehen und diese im Laufe der Zeit so verblassen, dass sie unleserlich sind. Ausweg: Von Thermopapierrechnungen sollten stets Sicherheitskopien oder Sicherheits-Scans angefertigt und aufbewahrt werden.

Notwendige Rechnungsinhalte für Eingangsrechnungen mit einem Bruttowert von mehr als 150 Euro

Bei einer Eingangsrechnung mit einem Bruttowert von mehr als 150 Euro wird es schon komplizierter. Hier erwartet das Finanzamt bis zu zehn Rechnungspflichtangaben für die problemlose Vorsteuererstattung.

Muster einer Rechnung mit Bruttobetrag von mehr als 150 Euro:

Vorsteuer: Rechnung mit Bruttobetrag über 150

Bekommen Sie von einem Unternehmen eine Rechnung mit einem Bruttorechnungsbetrag von mehr als 150 Euro, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein, damit dem Vorsteuerabzug nichts im Wege steht.


Voraussetzungen für Vorsteuererstattung

Vorsteuer: Voraussetzungen

  1. Vollständiger Name und vollständige Anschrift des leistenden Unternehmens
  2. Rechnungsdatum
  3. Vollständiger Name und Anschrift Ihres Unternehmens
  4. Fortlaufende Rechnungsnummer
  5. Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.) des leistenden Unternehmens
  6. Zeitpunkt der Lieferung oder sonstigen Leistung
  7. Menge und Art der Lieferung bzw. exakte Beschreibung, worüber abgerechnet wird
  8. Nettoentgelt einschließlich Hinweise, sollte ein Rabatt oder Skonto vereinbart sein
  9. Umsatzsteuersatz
  10. Umsatzsteuerbetrag

Nachzahlungszinsen bei Vorsteuerkürzung bald Geschichte?

Stößt das Finanzamt bei einer Umsatzsteuersonderprüfung oder bei einer Betriebsprüfung auf Eingangsrechnungen, die nicht alle Voraussetzungen für den Vorsteuerabzug enthalten, wird die Vorsteuererstattung verweigert. Klar, Sie können die Rechnung daraufhin vom Rechnungsaussteller berichtigen lassen, erneut beim Finanzamt einreichen und bekommen die Erstattung dann doch noch. Finanziell bleibt dennoch etwas hängen. Nämlich die lästigen Nachzahlungszinsen von 0,5% pro Monat ab dem 15. Monat nach Ablauf des Jahres, für das die Vorsteuerkürzung vorgenommen wurde.

Beispiel:

Im Rahmen einer Betriebsprüfung für die Jahre 2010 bis 2013 stellt der Prüfer für das Jahr 2010 fest, dass in einer Eingangsrechnung die Steuernummer des Rechnungsausstellers fehlt. Das führt zur Kürzung der Vorsteuer in Höhe von 19.000 Euro. Folge: Nach Abschluss der Prüfung bekommt der Unternehmer einen geänderten Umsatzsteuerbescheid 2010 und muss die Vorsteuer in Höhe von 19.000 Euro an das Finanzamt zurückzahlen. Doch damit nicht genug: In dem geänderten Umsatzsteuerbescheid, der dem Unternehmer im Juni 2016 per Post zugeht, werden zusätzlich noch Nachzahlungszinsen in Höhe von 4.845 Euro gefordert. Im Juli reicht der Unternehmer eine berichtigte Rechnung – nun mit Benennung der Steuernummer – beim Finanzamt ein und bekommt seine 19.000 Euro wieder erstattet. Doch die Nachzahlungszinsen von 4.845 Euro muss er ohne Wenn und Aber bezahlen.

Europäischer Gerichtshof aktuell: Nachzahlungszinsen – nein danke!

Die lästigen und viel zu hohen Nachzahlungszinsen bei einer Vorsteuerkürzung lassen sich jedoch möglicherweise bald vermeiden. Reichen Sie dem Finanzamt nämlich vor der endgültigen Bestandskraft des Steuerbescheids, in dem die Vorsteuerkürzung vorgenommen wurde, eine berichtigte Rechnung ein, darf das Finanzamt keine Nachzahlungszinsen festsetzen. Das ist zumindest die Meinung des Generalanwalts am Europäischen Gerichtshof in seinen Schlussanträgen zur Rechtssache Senatex GmbH (Schlussanträge des Generalanwalts vom 17.02.2016, Rechtssache C-518/14).

Praxis-Tipp:

Die Chancen, dass der Europäische Gerichtshof in seinem Urteil den Schlussanträgen des Generalanwalts folgen wird, sind sehr hoch. Normalerweise werden 99% der Schlussanträge im EuGH-Urteil eins zu eins umgesetzt. Und da die Rechtsprechung des EuGH völkerrechtlich dem nationalen Gesetz vorgeht, muss Deutschland die rückwirkende Rechnungsberichtigung dann anerkennen und darf bei rechtzeitiger Vorlage einer berichtigten Rechnung keine Nachzahlungszinsen festsetzen.

Vorgehensweise bei Vorsteuerkürzung im Rahmen einer Prüfung

Findet ein Prüfer des Finanzamts formell fehlerhafte Eingangsrechnungen und kürzt deshalb den Vorsteuerabzug, empfiehlt sich zur Wahrung aller Chancen folgende Vorgehensweise:

  1. Versuchen Sie nach Abschluss der Prüfung die berichtigte Rechnung, aus der Ihnen ein Vorsteuerabzug zusteht, vorzulegen.
  2. Schaffen Sie es nicht, die berichtigte Rechnung frühzeitig vorzulegen, müssen Sie gegen den Umsatzsteuerbescheid, in dem die Vorsteuerkürzung vorgenommen wurde, Einspruch einlegen. Legen Sie auch Einspruch gegen die Zinsfestsetzung in diesem Steuerbescheid ein. Der Umsatzsteuerbescheid ist damit noch offen bzw. nicht bestandskräftig. Nun haben Sie Zeit, im Rahmen des Einspruchsverfahrens die berichtigte Rechnung vorzulegen.
  3. Reichen Sie die berichtigte Rechnung beim Finanzamt ein und beantragen Sie mit Hinweis auf die Schlussanträge des Generalanwalts eine rückwirkende Rechnungsberichtigung, was zum Wegfall der festgesetzten Nachzahlungszinsen führt.
  4. Lehnt das Finanzamt ab, was er vor einem offiziellen EuGH-Urteil muss, beantragen Sie ein Ruhen des Einspruchsverfahrens bis zum endgültigen Ergehen des EuGH-Urteils in dieser Streitsache. Durch diesen Antrag verhindern Sie, dass das Finanzamt eine Einspruchsentscheidung erlässt, die nur noch mit einer Klage beim Finanzgericht angegriffen werden kann.

Dann heißt es abwarten und hoffen, dass die Richter des EuGH den Schlussanträgen des Generalanwalts folgen und die rückwirkende Rechnungsberichtigung mit Wegfall der Nachzahlungszinsen erlauben.

Vorsteuer: Lexware-Tipp

 

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