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Nicht zu unterschätzen: Geringwertige Wirtschaftsgüter

Nicht zu unterschätzen: Geringwertige Wirtschaftsgüter

  • Was sind geringwertige Wirtschaftsgüter? 
  • Mit wertvollen Praxistipps 
  • Kostenlos und auf dem neuesten Stand  

E-Book: Geringwertige Wirtschaftsgüter

E-Book: Geringwertige Wirtschaftsgüter
 
kostenlos
12 Seiten | A4 Druckformat | 2,05 MB
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„Das können Sie abschreiben“: eine Formulierung aus der Wirtschaft, die jeder schon einmal gehört und jeder Selbstständige beherzigt hat. Denn es macht einen Unterschied, ob Sie Papier und Druckerfarbe für Ihren Betrieb kaufen, also Gegenstände, die schnell aufgebraucht sind – oder ob Sie ein neues Notebook anschaffen und es über mehrere Jahre nutzen. Die Kosten für langlebige Wirtschaftsgüter müssen Sie normalerweise abschreiben – die Ausgaben also über mehrere Jahre verteilen. Was aber ist mit den Gegenständen, die irgendwo dazwischenliegen? Wie funktioniert in solchen Fällen die Abschreibung?

Für geringwertige Wirtschaftsgüter existieren im Steuerrecht besondere Regelungen. Hier können Sie mehrere Varianten nutzen und steuerlich optimal gestalten. Wir sagen Ihnen in unserem kostenlosen E-Book, wie das funktioniert.

Was sind geringwertige Wirtschaftsgüter?

Egal, ob es sich um ein Regal oder ein Handy handelt: Gegenstände, die Sie über längere Zeit in Ihrem Betrieb nutzen, müssen Sie normalerweise abschreiben. Das bedeutet, dass Sie die Kosten nicht sofort im gleichen Jahr als Betriebsausgabe geltend machen können, sondern über mehrere Jahre verteilen müssen.

Davon gibt es allerdings Ausnahmen. Denn bei manchen betrieblichen Anschaffungen geht das Finanzamt davon aus, dass die gekauften Wirtschaftsgüter sich aufgrund ihres niedrigen Werts auch schnell abnutzen. Solche sogenannten geringwertigen Wirtschaftsgüter (GWG) können Unternehmer auf unterschiedliche Art und Weise abschreiben. Geringwertige Wirtschaftsgüter erkennen Sie daran, dass sie

  • abnutzbar sind,
  • nicht mehr als maximal 1.000 Euro netto kosten,
  • selbstständig genutzt werden können und
  • zum beweglichen Anlagevermögen gehören.

Praxis-Tipp:

Wenn die Nutzungsdauer des Gegenstands unter einem Jahr liegt, betrachtet die Finanzverwaltung es als kurzlebiges Wirtschaftsgut. Solche Anschaffungen zählen nicht zu den geringwertigen Wirtschaftsgütern. Die Anschaffungskosten dürfen Sie im gleichen Jahr als Betriebsausgabe vollständig ansetzen.



Geringwertige Wirtschaftsgüter

Zum Anlagevermögen gehört all das, was Sie für Ihren Betrieb benötigen, um das Unternehmen in jeder Hinsicht am Laufen zu halten: Computer, Fahrzeuge, Schränke, Telefonanlagen oder auch Kleingeräte.



 

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Grundsätzlich werden Wirtschaftsgüter in bewegliche und unbewegliche unterteilt:

  1. Bewegliche Wirtschaftsgüter
    Die meisten langlebigen Gegenstände werden hier eingeordnet, etwa das Büromobiliar oder Computer- und Telefonanlagen. Ein bewegliches Wirtschaftsgut kann aber auch eine fest mit dem Boden oder dem Gebäude verbundene technische Anlage sein – zum Beispiel ein Safe.
  2. Unbewegliche, materielle Wirtschaftsgüter
    In diese Kategorie gehören Immobilien, also Gebäude oder selbstständige Gebäudeteile. Auch Ladeneinbauten, die Pflasterung der Garageneinfahrt oder Gartenanlagen zählen dazu.

Zudem müssen Wirtschaftsgüter selbstständig nutzbar sein – zum Beispiel das Telefon, eine Lampe oder der Bürostuhl. Wenn der Gegenstand nur zusammen mit anderen Wirtschaftsgütern eingesetzt werden kann und nur dann funktioniert, ist er nicht selbstständig nutzungsfähig.

Die Finanzverwaltung hat hier Negativ-Kriterien festgelegt, mit denen Sie feststellen können, ob das geringwertige Wirtschaftsgut selbstständig nutzungsfähig ist oder nicht. Die Einkommensteuerrichtlinien bieten hierfür eine Richtschnur. Sollten Sie für den jeweiligen Gegenstand alle drei Punkte bejahen, handelt es sich nicht um ein geringwertiges Wirtschaftsgut:

  1. Das Wirtschaftsgut kann nach seiner betrieblichen Zweckbestimmung nur zusammen mit anderen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens genutzt werden.
  2. Das Wirtschaftsgut ist mit den anderen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens in einen ausschließlichen betrieblichen Nutzungszusammenhang eingefügt, das heißt, es tritt mit diesen anderen Wirtschaftsgütern nach außen hin als einheitliches Ganzes in Erscheinung, wobei für die Bestimmung dieses Merkmals im Einzelfall die Festigkeit der Verbindung, ihre technische Gestaltung und ihre Dauer von Bedeutung sein können.
  3. Das Wirtschaftsgut ist mit den anderen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens technisch abgestimmt.

Typische geringwertige Wirtschaftsgüter sind Kleinmöbel, Datenträger, Werkzeuge, aber auch Telefone. Gesondert behandelt werden Computerprogramme. Denn sie sind eigentlich weder beweglich noch selbstständig nutzbar. Die Finanzverwaltung hat jedoch aus Vereinfachungsgründen festgelegt, dass Sie trotzdem jede Software als geringwertiges Wirtschaftsgut ansetzen dürfen – wenn der Anschaffungspreis es zulässt. Das bedeutet, dass Software bis zu einem Nettowert von 410 Euro wie ein abnutzbares und bewegliches Wirtschaftsgut zu behandeln ist.

GWG: Was darf es denn kosten?

Bei den Anschaffungskosten eines Wirtschaftsguts geht es nicht nur um das Preisschild, das dem Gegenstand umgehängt wird. Dazu gehören alle Aufwendungen, die notwendig sind, das Wirtschaftsgut in einen „betriebsbereiten Zustand“ zu versetzen.

Außerdem zählen Nebenkosten des Kaufs dazu, etwa

  • eine Provision,
  • Speditionskosten,
  • Verpackung und Porto,
  • Versand oder auch
  • Kosten der Montage.

Praxis-Tipp:

Anschaffungsnebenkosten müssen Sie zu Ihren Anschaffungskosten hinzurechnen. Ziehen Sie nämlich solche Kosten noch im Jahr des Kaufs als sofort abzugsfähige Betriebsausgabe von Ihren Einnahmen ab, kann das Ärger bei der nächsten Betriebsprüfung geben.

 

Auch nachträgliche Anschaffungskosten müssen Sie zu den Aufwendungen addieren. Abziehen dürfen Sie dagegen mögliche Preisminderungen oder Skonto-Vereinbarungen, die Ihnen eingeräumt wurden.

Am Ende entscheiden die gesamten Anschaffungs- oder Herstellungskosten ohne die Umsatzsteuer – also die reine Nettosumme.

Praxis-Tipp:

Um den Anschaffungswert festzustellen, wird immer der Nettokaufpreis betrachtet. Ob Sie als Unternehmer vorsteuerabzugsberechtigt sind oder nicht, spielt hier keine Rolle. Auf die Einordnung als geringwertiges Wirtschaftsgut wirkt sich die Umsatzsteuer also nicht aus.

 

Geringwertige Wirtschaftsgüter Übrigens: Wenn Sie aus Ihrem Privatvermögen Wirtschaftsgüter in den Betrieb übernehmen, gilt das Gleiche wie bei einem Neukauf. An die Stelle der Anschaffungskosten tritt dann der Einlagewert. Den Zeitpunkt der Privateinlage dürfen Sie frei wählen. Wie das Wirtschaftsgut zu bewerten ist, hängt davon ab, wann es angeschafft wurde:

  • Sie haben das Wirtschaftsgut vor weniger als drei Jahren gekauft.
    Legen Sie ein geringwertiges Wirtschaftsgut innerhalb von drei Jahren nach Anschaffung in Ihr Betriebsvermögen ein, ist die Einlage mit den Anschaffungskosten zu bewerten – abzüglich zeitanteiliger Abschreibungen. Sind Sie zum Vorsteuerabzug berechtigt, bleibt die Umsatzsteuer außen vor.
  • Sie haben das Wirtschaftsgut vor mehr als drei Jahren gekauft.
    Legen Sie ein älteres geringwertiges Wirtschaftsgut in Ihr Betriebsvermögen ein, müssen Sie das Wirtschaftsgut mit dem Teilwert bewerten. Letztlich ist dies nichts anderes als eine Schätzung, orientiert an den Wiederbeschaffungskosten des Wirtschaftsgutes zum Zeitpunkt der Einlage.

Geringwertige Wirtschaftsgüter

Leitfaden zu geringwertigen Wirtschaftsgütern

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