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Die 15 besten Steuertipps für Selbstständige

Die 15 besten Steuertipps für Selbstständige

  • So sparen Sie bei der Steuer  
  • Mit wertvollen Praxistipps 
  • Kostenlos und auf dem neuesten Stand  

E-Book: Effektive Steuerstrategien bei Selbstständigkeit

E-Book: Effektive Steuerstrategien bei Selbstständigkeit
 
kostenlos
17 Seiten | A4 Druckformat | 1,26 MB
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Ist der Gewinn Ihrer gewerblichen oder freiberuflichen Tätigkeit höher ausgefallen als erwartet und es drohen hohe Steuernachzahlungen, sollten Sie nach effektiven Steuersparstrategien suchen, um Ihren Gewinn legal klein rechnen zu können. Wenn das oberste Prinzip für Sie nicht die Steuerersparnis ist, gibt es einige Steuervergünstigungen, die Ihnen zumindest die Bewältigung des Steueralltags deutlich erleichtern.

Und das Beste daran: Sie müssen nicht stundenlang recherchieren oder Ihren Steuerberater um Hilfe bitten. In diesem praxisorientierten E-Book erhalten Sie die 15 besten Steuerstrategien und Steuervergünstigungen für Selbstständige.

Finden Sie Gefallen an einer unserer Top-15-Steuerstrategien und sind steuerlich beraten, sollten Sie unbedingt vor der Steuererklärung das Gespräch mit Ihrem Steuerberater suchen. Denn eines ist klar: Wenn die steuerlichen Vorgaben nicht exakt erfüllt sind, dann kippt der Fiskus die Steuervergünstigungen sofort. Haufe-Lexware wünscht eine kurzweilige Lektüre mit 15 Aha-Effekten.

Übrigens: Mit TAXMAN für Selbstständige, der professionellen Steuersoftware von Lexware, sind Sie immer gut beraten! Das Programm hilft Ihnen Schritt-für-Schritt beim Ausfüllen der Steuererklärung und gibt viele nützliche Tipps. Im Software-Paket enthalten sind zudem ein Ratgeber und ein Steuerlexikon. Sparen Sie gezielt Steuern und erweitern Sie Ihr Steuerfachwissen!

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Strategie 1: Klassiker Investitionsabzugsbetrag

Für kleine und mittelständische Unternehmen winkt unter bestimmten Voraussetzungen ein echter Steuerspar-Tipp. Denn nach § 7g Abs. 1 EStG dürfen Unternehmer – egal ob Gewerbetreibender, Freiberufler, GmbH oder Personengesellschaft – für Investitionen, die innerhalb der nächsten drei Jahre geplant sind, bereits heute 40% der voraussichtlichen Investitionskosten vom Gewinn abziehen. Eine steuersparende Gewinnminderung, ohne einen Cent dafür ausgeben zu müssen!

Beispiel: Einzelunternehmerin Erna Huber plant für ihren Friseursalon im Jahr 2018 den Kauf einer komplett neuen Einrichtung und die Anschaffung moderner Geräte. Kostenpunkt: 100.000 Euro. Folge: Erfüllt Frau Huber die Voraussetzungen für den Investitionsabzugsbetrag, darf sie vom Gewinn 2015 bereits 40.000 Euro abziehen (voraussichtliche Investitionskosten x 40%).

Der Abzug des Investitionsabzugsbetrags nach § 7g Abs. 1 EStG ist an folgende Voraussetzungen geknüpft:

  • Die Investition muss innerhalb der nächsten drei Jahre geplant sein.
  • Begünstigt sind nur geplante Investitionen in das bewegliche Anlagevermögen (Pkw, Maschine, Einrichtung, Transporter). Nicht begünstigt sind also geplante Investitionen für unbewegliches Anlagevermögen (Immobilie, Firmenwert, Kundenstamm) und für Waren.
  • Die geplante Investition muss konkret benannt werden. Ist die Bezeichnung zu schwammig – zum Beispiel Fahrzeug –, lässt das Finanzamt den Investitionsabzugsbetrag nicht zum Abzug zu. Denn hier ist nicht klar, ob ein Pkw, ein Bus, ein Kran oder ein Lkw angeschafft werden soll.
  • Bei Selbstständigen, die ihren Gewinn nach der Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermitteln, darf der Gewinn vor Abzug des Investitionsabzugsbetrags nicht mehr als 100.000 Euro betragen.
  • Bilanziert ein Unternehmer, klappt es mit dem Investitionsabzugsbetrag nur, wenn der Wert des Betriebsvermögens im Abzugsjahr nicht über 235.000 Euro liegt.
  • Im Jahr des tatsächlichen Kaufs und im Folgejahr muss der Gegenstand zu mindestens 90% betrieblich genutzt werden. Bei einem Investitionsabzugsbetrag für einen Firmenwagen muss der Nachweis zur 90%igen betrieblichen Nutzung zwingend durch ein Fahrtenbuch erfolgen.
  • Der gewinnmindernde Investitionsabzugsbetrag darf insgesamt maximal 200.000 Euro betragen.

Praxis-Tipp:

Wer tatsächlich keine Investition plant, muss in drei Jahren mit Steuernachzahlungen plus Nachzahlungszinsen rechnen. Das Finanzamt ändert in diesem Fall nämlich den ursprünglichen Steuerbescheid und kippt nachträglich den Investitionsabzugsbetrag.

 

Wann der Wegfall des Investitionsabzugsbetrags droht: Erfüllen Sie die Voraussetzungen für den Abzug eines Investitionsabzugsbetrags, kann es später zur rückwirkenden Versagung des Investitionsabzugsbetrags kommen. Dann nämlich, wenn

  • nicht innerhalb des Drei-Jahreszeitraums investiert wurde.
  • aus welchen Gründen auch immer ein anderer als der geplante Gegenstand gekauft wird.
  • die Anschaffungskosten deutlich geringer ausfallen als ursprünglich geplant (Wegfall des Investitionsabzugsbetrags nur für den unangemessenen hohen Teil).
  • im Jahr des Kaufs und im Folgejahr nicht nachgewiesen werden kann, dass die betriebliche Nutzung des Gegenstandes mindestens 90% beträgt.

Strategie 2: Vorsteuerabzug für Privat-Pkws

Kaufen Sie sich privat einen Pkw, der nachweislich mindestens zu 10%, aber weniger als 50% für Ihr Unternehmen genutzt wird, gibt es eine besondere Steuerstrategie, die Ihnen Liquiditätsvorteile bei der Finanzierung des Privat-Pkws verschafft. Sind Sie vorsteuerabzugsberechtigt, können Sie den Privat-Pkw dem umsatzsteuerlichen Unternehmensvermögen zuordnen, müssen ihn aber nicht gleichzeitig dem ertragsteuerlichen Betriebsvermögen zuordnen.

Der Vorsteuerabzug für den Privat-Pkw funktioniert nur bei Einzelunternehmern, Mitunternehmern an einer Personengesellschaft und bei Freiberuflern, nicht dagegen bei einer GmbH. Ein ausführliches Informationsschreiben des Bundesministeriums der Finanzen erläutert die Einzelheiten (BMF-Schreiben vom 05.06.2014, Aktenzeichen IV D 2 – S 7300/10002:001).

Die Zuordnung zum umsatzsteuerlichen Unternehmensvermögen bei gleichzeitiger ertragsteuerlicher Einstufung des Pkws als Privatvermögen führt zu folgenden Vorteilen:

Vorsteuer Sie erhalten die Vorsteuer aus dem Kaufpreis und aus den laufenden Pkw-Kosten vom Finanzamt erstattet. Dadurch brauchen Sie bei Fremdfinanzierung ein geringeres Darlehen (Liquiditätsvorteil).
Gewinnauswirkung Sie müssen bei der Gewinnermittlung keinen Privatanteil versteuern, weil der Pkw ertragsteuerlich zum Privatvermögen gehört. Ohne Fahrtenbuch sind 0,30 Euro je gefahrenem betrieblichem Kilometer als Betriebsausgabe abziehbar.
Verkauf Ein Verkaufsgewinn ist dem Gewinn nicht hinzuzurechnen, weil der Pkw ertragsteuerlich zum Privatvermögen gehört. Wegen des Vorsteuerabzugs müssen Sie jedoch die Umsatzsteuer aus dem Verkaufserlös an das Finanzamt abführen.

Praxis-Tipp:

Die Freude über die Vorsteuererstattung wird jedoch getrübt. Denn in den nächsten fünf Jahren muss für die nichtunternehmerische Nutzung Umsatzsteuer ans Finanzamt überwiesen werden.

 

Strategie 3: Gewinnneutrale Rücklage bilden

Scheidet ein betrieblicher Gegenstand des Anlagevermögens durch höhere Gewalt aus dem Betriebsvermögen aus oder wird unbrauchbar und leistet eine Versicherung eine Entschädigung, müssen für entstehende Gewinne nicht unbedingt sofort Steuer entrichtet werden. Es darf vielmehr eine gewinnneutrale Rücklage gebildet werden, wenn innerhalb einer bestimmten Zeit ein Ersatzwirtschaftsgut angeschafft werden soll (sog. Rücklage für Ersatzbeschaffung).

Beispiel: Ein betrieblicher Pkw mit einem Buchwert in der Bilanz von 1 Euro wird bei einem Hochwasser zerstört. Die Versicherung zahlt für diesen Schaden im Jahr 2015 insgesamt 9.500 Euro. Folge: Normalerweise müssten 2015 die stillen Reserven von 9.499 Euro als Betriebseinnahmen versteuert werden. Ist jedoch im Folgejahr der Kauf eines Ersatz-Pkws geplant, kann auf die Besteuerung der 9.499 Euro durch Bildung einer gewinnneutralen Rücklage verzichtet werden. Die Rücklage wird von den späteren Anschaffungskosten des Ersatzwirtschaftsguts abgezogen und nur der Restbetrag darf gewinnmindernd abgeschrieben werden.

Eine Rücklage für Ersatzbeschaffung ist unter folgenden Voraussetzungen sowohl bei der Bilanzierung als auch bei der Einnahmen-Überschuss-Rechnung möglich:

  • Ein Wirtschaftsgut des Anlagevermögens oder des Umlaufvermögens scheidet infolge höherer Gewalt gegen Entschädigung aus dem Betriebsvermögen aus.
  • Höhere Gewalt liegt in folgenden Fällen vor: Diebstahl, unverschuldeter Unfall, Brand, Sturm, Hochwasser oder andere Elementarereignisse.
  • Eine Rücklage für Ersatzbeschaffung ist auch infolge oder zur Vermeidung eines behördlichen Eingriffs (zum Beispiel Enteignung) zulässig.
  • Innerhalb einer bestimmten Frist muss eine Ersatzbeschaffung geplant sein. Bei beweglichen Gegenständen muss die Ersatzbeschaffung bis Ende des Folgejahrs erfolgen, bei Gebäuden innerhalb der nächsten vier Jahre. Wird ein Gebäude neu hergestellt, verlängert sich die Frist zur Ersatzbeschaffung auf sechs Jahre.

Praxis-Tipp:

Die Frist zur Ersatzbeschaffung für bewegliche Gegenstände kann von einem Jahr auf vier Jahre verlängert werden, wenn die Ersatzbeschaffung aus besonderen Gründen nicht innerhalb eines Jahres durchgeführt werden kann (Richtlinie 6.6 Abs. 4 Einkommensteuerrichtlinien).

 

Aktueller Fall: Betriebsausgabenabzug für Selbstständige trotz anderer Büroräume

Präsentieren Sie dem Finanzamt als Selbstständiger Betriebsausgaben für ein häusliches Arbeitszimmer, obwohl Sie betriebliche Räumlichkeiten angemietet haben, zückt der Sachbearbeiter im Finanzamt meist seinen Rotstift. Denn ein Betriebsausgabenabzug für das häusliche Arbeitszimmer ist tabu, wenn ein Selbständiger einen „anderen“ Arbeitsplatz hat. Doch ein aktuelles Urteil könnte den Betriebsausgabenabzug sicherstellen.

In dem Urteilsfall vor dem Finanzgericht Sachsen-Anhalt hatte ein Selbstständiger tatsächlich angemietete Praxisräume, in denen er Patienten behandelte. Doch weil die einzigen Schreibtische von Angestellten in diesen Räumlichkeiten genutzt wurden, konnte der Selbständige in diesen betrieblichen Räumlichkeiten keine Büroarbeiten erledigen und auch keine Notizen über seine Patienten machen. Deshalb nutzte er zu Hause ein Arbeitszimmer. Die angefallenen Ausgaben machte er in seiner Gewinnermittlung als Betriebsausgaben geltend. Doch der Sachbearbeiter im Finanzamt strich diese, weil die betrieblichen Räumlichkeiten seiner Meinung nach einen „anderen“ Arbeitsplatz darstellen.

Der Selbstständige zog gegen die Kürzung seiner Betriebsausgaben vor Gericht und bekam überraschend Recht. Die Richter stellten klar: Wenn betriebliche Räume nicht im erforderlichen Umfang und nicht in der erforderlichen Weise genutzt werden können, dann braucht ein Unternehmer sein häusliches Arbeitszimmer, um seine betrieblichen Arbeiten erledigen zu können. Folge: Der Unternehmer durfte einen Betriebsausgabenabzug für sein Arbeitszimmer von bis zu 1.250 Euro pro Jahr vom Gewinn abziehen (FG Sachsen-Anhalt, Urteil vom 01.03.2016, Aktenzeichen 4 K 362/15).

Den Betriebsausgabenabzug von immerhin 1.250 Euro pro Jahr konnte der Selbstständige für sein Arbeitszimmer mit folgenden Argumenten durchsetzen:

  • Während der Arbeitszeit waren die Schreibtische von Angestellten besetzt.
  • Es wäre unzumutbar, dass er die betrieblichen Büroarbeiten nach den Öffnungszeiten (zum Beispiel am Wochenende) erledigt, weil die einfache Entfernung zwischen Wohnung und den betrieblichen Räumlichkeiten 47 km betrug.
  • Während der Betreuung von Patienten war es nicht möglich, die notwendigen Arbeiten vor Ort zu erledigen.

Fazit: Zwar lag ein anderer Arbeitsplatz vor. Doch dieser konnte nicht für die notwendigen Schreibarbeiten genutzt werden. Deshalb war der Selbstständige auf sein häusliches Arbeitszimmer angewiesen. Ein Betriebsausgabenabzug für das Arbeitszimmer zu Hause müsste demnach auch dann in Betracht kommen, wenn ein Selbständiger Räumlichkeiten anmietet und es einfach keinen Platz für einen Schreibtisch gibt (Raum mit Werkbank und Werkzeugen, Raum mit Therapieliegen etc.).

Gegen das unternehmerfreundliche Urteil des Finanzgerichts Sachsen-Anhalt wurde die Revision beim Bundesfinanzhof zugelassen. Um von einem später ergehenden positiven Richterspruch profitieren zu können, empfiehlt sich für das Arbeitszimmer folgende Vorgehensweise:

  • Beantragen Sie für Ihr häusliches Arbeitszimmer einen Betriebsausgabenabzug und weisen Sie gegebenenfalls nach, dass ein anderer Arbeitsplatz nicht für alle notwendigen Arbeiten brauchbar oder nutzbar war.
  • Kürzt das Finanzamt den Betriebsausgabenabzug um die Ausgaben für das Arbeitszimmer, legen Sie gegen den nachteiligen Einkommensteuerbescheid Einspruch ein.
  • Zudem sollten Sie bis zum endgültigen Urteil durch den Bundesfinanzhof noch einen Antrag auf Ruhen Ihres Einspruchsverfahrens beantragen.
  • Dann heißt es abwarten und hoffen, dass die Richter des Bundesfinanzhofs das Urteil des Finanzgerichts Sachsen-Anhalt bestätigen und trotz eines anderen Arbeitsplatzes einen Betriebsausgabenabzug für das häusliche Arbeitszimmer zulassen.

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