zurück
 
 
  •  zurück
  • Seitenanfang
  •  
     
Steuertipps für Kapitalanleger

Steuertipps für Kapitalanleger

  • So funktioniert die Besteuerung 
  • Wann sich die Abgabe der Anlage „KAP“ lohnt 
  • Kostenlos und auf dem neuesten Stand  

E-Book: Steuer-1x1 bei Kapitalerträgen

E-Book: Steuer-1x1 bei Kapitalerträgen
 
kostenlos
17 Seiten | A4 Druckformat | 1,56 MB
E-Book als PDF downloaden
 

Eigentlich könnten Sie sich als Kapitalanleger steuerlich entspannt zurücklehnen. Denn die Bank behält für Zinsen und Dividenden bereits Steuern ein und führt diese an das Finanzamt ab. Damit müssten Sie die Anlage „KAP“ zur Einkommensteuererklärung nicht mehr ausfüllen. So viel zumindest in der Theorie. In der Praxis sieht es ganz anders aus. Es gibt nämlich eine Reihe von Gründen, warum Sie trotz der 25%igen Abgeltungsteuer die Anlage „KAP“ zur Einkommensteuererklärung freiwillig beim Finanzamt einreichen sollten. Durch die freiwillige Abgabe der Anlage „KAP“ profitieren Kapitalanleger vor allem in folgenden Situationen:

  • Bereits zu Beginn des Jahres hat der Kapitalanleger seinen 64. Geburtstag gefeiert. In diesem Fall zieht das Finanzamt einen Altersentlastungsbetrag von den Kapitalerträgen ab. Statt Rechnungen rund ums Haus nur brav zu überweisen und abzuheften, können Sie diese jetzt steuermindernd beim Finanzamt einreichen.
  • Der persönliche Einkommensteuersatz eines Sparers liegt unter 25%. Im Rahmen der Günstigerprüfung erstattet das Finanzamt im Steuerbescheid die zu viel einbehaltene Abgeltungsteuer.
  • Es handelt sich um Gewinnausschüttungen einer Kapitalgesellschaft, an der der Sparer als Gesellschafter beteiligt ist. Er kann statt der Abgeltungsteuer die Besteuerung nach dem Teileinkünfteverfahren wählen.
  • Ehegatten erzielen bei verschiedenen Kreditinstituten Gewinne und Verluste aus Kapitalanlagen. Durch die Anlage „KAP“ können diese Gewinne und Verluste steuersparend saldiert werden.

Es gibt noch zahlreiche weitere Gründe für Kapitalanleger, sich nicht mit dem Einbehalt der 25%igen Abgeltungsteuer auf Zinsen und Dividenden zu begnügen. Mit cleveren Steuerstrategien lässt sich die Rendite für Kapitalanlagen deutlich steigern.

In unserem E-Book bekommen Sie zudem Tipps und Tricks an die Hand, wie Sie Steuern auf Kapitalerträge grundsätzlich vermeiden können - durch clevere Freistellungsaufträge, Nicht-Veranlagungsbescheinigungen und Anträge bei der Bank auf Verlustverrechnungen.

Tipp: Sie möchten ohne größeren Zeitaufwand Ihre Steuererklärung online machen und Steuern sparen? Dann nutzen Sie doch einfach smartsteuer, die moderne Online Steuererklärung von Lexware! Dank smartsteuer holen Sie mit wenig Aufwand viel Geld raus.

So funktioniert die Besteuerung von Kapitalerträgen

Unterliegen Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden oder Veräußerungsgewinne aus einer Kapitalanlage der Abgeltungsteuer, behalten Kreditinstitute oder Versicherungen 25% Abgeltungsteuer, darauf 5,5% Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls 8% oder 9% Kirchensteuer ein und führen diese an das Finanzamt ab. Zur Abgeltungsteuer sollten Sie folgende Besonderheiten kennen:

Steuertipps-Kapitalanleger Geldsack

  • Sparer-Pauschbetrag: Abgeltungsteuer fällt nur an, wenn die steuerpflichtigen Kapitalerträge über dem Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro/1.602 Euro (Ledige/zusammen veranlagte Ehegatten oder Partner eingetragener Lebenspartnerschaften) liegen.

  • Werbungskosten tabu: Durch den Sparer-Pauschbetrag sind sämtliche Ausgaben im Zusammenhang mit den Kapitalerträgen abgegolten. Einen Werbungskostenabzug lässt das Finanzamt bei Kapitalerträgen also nicht zu.

  • Steuerfreiheit: Die Abgeltungsteuer wird seit 2009 angewandt. Verkauften Sie im Jahr 2015 Aktien, die Sie 2008 oder früher in Ihr Depot genommen haben, sind Gewinne beim Verkauf der Papiere steuerfrei.

  • Freistellungsauftrag: Erteilen Sie dem Finanzamt einen Freistellungsauftrag in Höhe des Sparer-Pauschbetrags, behält die Bank oder die Versicherung für Kapitaleinkünfte von bis zu 801 Euro/1.062 Euro (Ledige/zusammen veranlagte Ehegatten oder Lebenspartner) keine Steuern ein.

Beispiel:

Sie erzielten im Jahr 2015 Dividenden aus Aktien in Höhe von 3.000 Euro. Da das Depot, in dem die Aktien liegen, auf Ihren und auf den Namen Ihres Ehepartners läuft, haben Sie Ihrer Bank einen Freistellungsauftrag über 1.602 Euro erteilt. Folge: Das Kreditinstitut ermittelt die Steuerabzüge und Ihre Gutschrift nach folgendem Berechnungsschema:

  Dividendenertrag 3.000 Euro
- Sparer-Pauschbetrag bei erteiltem Freistellungsauftrag - 1.602 Euro
= Dividende nach Abzug des Sparer-Pauschbetrags 1.398 Euro
- 25% = einzubehaltende und an das Finanzamt abzuführende Abgeltungssteuer - 349,5 Euro
- 5,5% Solidaritätszuschlag auf die Abgeltungssteuer - 19,22 Euro
= Gutschrift der Dividende auf Ihrem Konto 2.631,28 Euro (3.000 Euro abzüglich Steuern)
  Fazit: Sind Sie kirchensteuerpflichtig, müssen Sie bei Abgabe einer Einkommensteuererklärung 2015 Ihre Kapitalerträge in der Anlage „KAP“ erfassen, damit das Finanzamt die Kirchensteuer erheben kann.  

Der Vorteil der Abgeltungsteuer liegt auf der Hand: Haben Sie einen persönlichen Einkommensteuersatz von mehr als 25%, winkt Ihnen für die Kapitalerträge eine Steuerersparnis. Ziel dieses „Steuergeschenks“ ist es, das Abziehen von Inlandsvermögen auf ausländische Konten zu verhindern.

Was passiert steuerlich bei Verlusten?

Werden Verluste erzielt, beispielsweise aus dem Verkauf von Aktien, dürfen diese Verluste nur noch mit Gewinnen aus Kapitalvermögen steuersparend verrechnet werden. Eine Saldierung mit anderen Einkunftsarten ist tabu. Darüber hinaus gelten für die Verlustverrechnung bei Kapitalerträgen folgende Steuerspielregeln:

Verluste aus … Steuersparende Verrechnungsmöglichkeit
Aktienvermögen Verluste aus dem Verkauf von Aktien dürfen nur mit Gewinn aus Aktien verrechnet werden. Eine steuersparende Verrechnung mit Zinsen und Dividenden ist nicht möglich.
Andere Verluste aus Kapitalvermögen Mussten Sie beim Kauf von Anleihen Stückzinsen zahlen und erzielen daher einen Verlust, dürfen Sie diesen Verlust nur mit laufenden Dividenden und Zinsen steuersparend verrechnen.

Damit für Ihre Einkommensteuererklärung überhaupt eine Verlustverrechnung stattfinden kann, müssen sich Kapitalanleger von ihrem Kreditinsitut eine Verlustbescheinigung ausstellen lassen. Ohne Verlustbescheinigung verweigert das Finanzamt die steuersparende Verrechnung von Kapitalerträgen im Steuerbescheid. Der Antrag auf Verlustbescheinigung muss bis spätestens 15. Dezember des laufenden Jahres erfolgen.

Hat ein Kapitalanleger Verluste erzielt und versäumt es, bis zum 15.12. eine Verlustbescheinigung zu beantragen, ist die Verlustverrechnung jedoch nicht ganz verloren. Eine Verlustverrechnung kommt durch das Kreditinsitut in Betracht, wenn in den nächsten Jahren bei derselben Bank positive Kapitalerträge erzielt werden.

Beispiel:

Sie erzielen als ledige Steuerzahlerin in einem Jahr Zinsen aus einem Sparguthaben in Höhe von 900 Euro, Dividendenerträge von 1.600 Euro und einen Verlust aus dem Verkauf von Aktien in Höhe von 4.000 Euro. Folge: Die Abgeltungsteuer fällt für Kapitalerträge in Höhe von 1.699 Euro an (Zinsen 900 Euro + Dividenden 1.600 Euro abzüglich Sparer-Pauschbetrag 801 Euro). Die Verluste aus dem Aktienverkauf von 4.000 Euro dürfen mit den laufenden Zins- und Dividendeneinnahmen nicht verrechnet werden.

Das Finanzamt hält diesen Veräußerungsgewinn in einem Verlustfeststellungsbescheid fest. Erzielen Sie im nächsten Jahr Gewinne aus Aktienverkäufen in Höhe von 5.000 Euro, müssen Sie nach Saldierung mit den festgestellten Verlusten nur noch 1.000 Euro versteuern.

Ehegatten können Verlustverrechnung vorziehen

Steuertipps-Kapitalanleger Geschenk

Erzielt ein Sparer bei verschiedenen Banken Verluste oder erzielt ein Ehepartner Verluste aus Kapitalvermögen und der andere Ehegatte Gewinne, kann die Verlustverrechnung grundsätzlich erst bei Abgabe der Einkommensteuererklärung beantragt werden. Die Erstattung der zu viel einbehaltenen Abgeltungsteuer kann sich somit über Monate und sogar Jahre hinziehen.

 

Beispiel:

Sie und Ihr Ehegatte haben bei demselben Kreditinstitut jeweils eigene Depots. Ihr Ehegatte erzielt im Januar 3.000 Euro Dividenden, von denen die Bank Abgeltungsteuer einbehält. Sie selbst erleiden einen Veräußerungsverlust aus einem Aktienpaket in Höhe von 4.000 Euro. Geben Sie im Mai des Folgejahres eine Einkommensteuererklärung inklusive Anlage „KAP“ beim Finanzamt ab und der Steuerbescheid ergeht im August, mussten Sie also - aufgrund der Saldierung der Gewinne und Verluste - insgesamt 20 Monate auf die Erstattung der zu viel einbehaltenen Abgeltungsteuer warten. Das hätten Sie aber auch besser lösen können.

Diese Möglichkeit haben übrigens auch homosexuelle Partner im Rahmen einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, die bei der Einkommensteuer die Zusammenveranlagung beantragen. Ihnen stehen dieselben Steuerprivilegien wie Ehegatten zu.

Abgeltungsteuer – nein danke! Teileinkünfteverfahren – ja bitte

Normalerweise fahren Kapitalanleger, deren persönlicher Steuersatz über 25% liegt, mit der Abgeltungsteuer auf ihre Kapitalerträge ganz gut. Das Kreditinstitut behält 25% Abgeltungsteuer, darauf 5,5% Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls noch Kirchensteuer ein – und damit ist das Thema steuerlich eigentlich durch. Sollte man meinen! Denn in der Praxis hätten manche Anleger gute Gründe, das Thema Kapitalerträge in die Steuererklärung zu ziehen. Gemeint sind Kapitalanleger, die an einer GmbH oder an einer AG beteiligt sind und denen Ausgaben im Zusammenhang mit ihren Kapitalerträgen angefallen sind. Für sie gibt es eine steuerlich günstige Alternative zur Abgeltungsteuer.

Teileinkünfteverfahren und Abgeltungsteuer im Vergleich

Anstatt der Besteuerung mit der Abgeltungsteuer können Kapitalanleger unter bestimmten Voraussetzungen die Besteuerung ihrer Kapitalerträge nach dem sogenannten Teileinkünfteverfahren beantragen. Vorteil: Zwar werden die Kapitalerträge hier mit dem persönlichen Steuersatz des Kapitalanlegers versteuert. Doch dafür darf er sämtliche Werbungskosten von seinen Kapitalerträgen abziehen und vom verbleibenden Betrag muss er nur 60% versteuern.

Beispiel:

Hans Müller ist zu 100% an der XY-GmbH beteiligt. Im Jahr 2015 hat er eine Gewinnausschüttung in Höhe von 20.000 Euro von der GmbH erhalten. Den Kauf des GmbH-Anteils hat Hans fremdfinanziert. Er musste deshalb 2015 Schuldzinsen in Höhe von 6.000 Euro zahlen. Der persönliche Steuersatz von Hans liegt 2015 bei 35%. Der Sparerpauschbetrag wurde bereits für andere Kapitalerträge verwendet.

  Besteuerung mit Abgeltungsteuer Besteuerung mit Teileinkünfteverfahren
Kapitaleinkünfte 20.000 Euro (Werbungskostenabzug bei Abgeltungsteuer verboten) 14.000 Euro (20.000 Euro abzüglich Schuldzinsen 6.000 Euro)
Zu versteuern 20.000 Euro 8.400 Euro
Steuerbelastung (ESt, Soli) 5.275 Euro 3.101,70 Euro

Fazit: Der Antrag auf Besteuerung mit dem Teileinkünfteverfahren und das Ausfüllen der Anlage KAP in der Einkommensteuererklärung 2015 bringt im Vergleich zur Abgeltungsteuer einen Steuervorteil von 2.173,30 Euro.

Abgeltungsteuer abwählen: Das sind die Voraussetzungen

Damit das Finanzamt Kapitalerträge nicht mit der Abgeltungsteuer, sondern nach dem Teileinkünfteverfahren besteuert, müssen folgende Voraussetzungen vorliegen:

  • Der Kapitalanleger muss mindestens zu 25% an einer GmbH oder an einer AG beteiligt sein oder
  • der Kapitalanleger ist mindestens zu 1% an einer GmbH oder an einer AG beteiligt und für diese beruflich tätig.

Weitere Voraussetzung ist zudem, dass der Antrag auf Besteuerung von Kapitalerträgen nach dem Teileinkünfteverfahren zusammen mit Abgabe der Einkommensteuererklärung 2015 in der Anlage KAP beantragt wird. Nachträglich kann das Teileinkünfteverfahren nämlich nicht beantragt werden.

Praxis-Tipp: So kontern Mini-Gesellschafter der Abgeltungsteuer

Minigesellschafter, die mindestens 1% an einer GmbH beteiligt und für diese beruflich tätig sind, erhielten in der Vergangenheit meist eine Absage vom Finanzamt, wenn sie das Teileinkünfterverfahren für erhaltene Gewinnausschüttungen beantragten. Denn die Finanzämter verlangten, dass der Gesellschafter nachweislich auch Einfluss auf die Geschäftsführung nehmen kann.

Doch diese Voraussetzung, nämlich die Einflussnahme auf die Geschäftsführung, ist im Gesetz nirgends zu finden und ist deshalb rein willkürlich. Wer also zu weniger als 50% an einer Kapitalgesellschaft, aber zu mindestens 1% beteiligt und beruflich für diese tätig ist, hat das Recht auf Besteuerung seiner Gewinnausschüttungen nach dem Teileinkünfteverfahren (BFH-Urteil vom 25.08.2015, Aktenzeichen VIII R 3/14). Die Abgeltungsteuer kann also in diesem Fall abgewählt werden.

Screen vom Inhalt E-Book Steuer-Spar-Tipps

Leitfaden zu Steuer-Tipps für Kapitalanleger

Lesen Sie viele weitere Details, Praxistipps und anschauliche Rechenbeispiele in unserem kostenlosen Ratgeber „Steuer-1x1 für Kapitalanleger“.

17 Seiten | A4 Druckformat | 1,56 MB

Aktuelle Beiträge zum Thema

zu Wissen & Tipps von Lexware >

Sie möchten das kostenlose E-Book "Steuer1x1 für Kapitalanleger" als Freeware auf Ihrer Seite verlinken? Sehr gerne! Kopieren Sie dafür einfach den entsprechenden Quellcode und fügen Sie diesen an der gewünschten Stelle auf Ihrer Seite ein.

Icons made by Freepik from www.flaticon.com

Das könnte Sie auch interessieren